Sandsteinfiguren erzählen Geschichten

Pensionierter Bankkaufmann inszeniert Kunst im eigenen Garten

Ein Mann steht zwischen mannshohen Sandsteinfiguren.
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Vom Sichtschutz zum Hingucker: Karlheinz Potthof zwischen einigen Sandsteinfiguren in seinem Vorgarten im Remmeker Feld.

Ursprünglich sollten die Sandsteine als Sichtschutz dienen, dann kam die gestalterische Ader des Hausherrn ins Spiel. Inzwischen zieht eine meterhohe Figurenriege im Vorgarten von Karlheinz und Elena Potthof die Blicke auf sich.

Bad Arolsen - Der Ehefrau und den eigenen Eltern, Menschen und Geschichten aus Land und Nachbarschaft: ihnen allen hat der Amateurbildhauer im Remmeker Feld ein einzigartiges Denkmal in Stein gesetzt.

Geplant war das beileibe nicht, erzählt der pensionierte Bankkaufmann, der vor mehr als zwanzig Jahren begonnen hat, sich in seiner Freizeit mit plastischer Gestaltung zu beschäftigen. Zuerst in Holz und Speckstein, die sich vergleichsweise leicht bearbeiten lassen.

Tonnenschwere Sandsteine

Dann wurde erstmals mit Stein experimentiert, dessen Ergebnis, der Weingeist, die Rasenfläche im Vorgarten ziert. Mit den Sandsteinen kam eine weitere Herausforderung hinzu. Vor gut zehn Jahren hat Karlheinz Potthof sich die Steine aus einem Volkmarser Steinbruch liefern lassen.

Auf rund zwei Tonnen schätzt er das Gewicht jedes Sandsteinblocks, die seinerzeit mit einem Kran gesetzt wurden. Es waren fehlerhafte Steine, die zu nichts anderem genutzt werden konnten, erzählt der Amateurbildhauer, der beim späteren Bearbeiten denn auch teils zerlöcherte Oberflächen vorfand und auf die ein oder andere knochenharte Metalleinlagerung stieß.

Inspiration kommt aus der Form der Steine

Versuchsweise wagte er sich an einen der mannsgroßen Steine heran, was so gut gelang, dass nach und nach weitere Schöpfungen folgten. Die Form der Steine liefert dabei die Inspiration. So entstanden große Figuren, etwa der Schäfer, der eine Erinnerung an den Vater darstellt, bis hin zu einer ganzen Stadt im Fels, deren Gebäude sich kunstvoll übereinander türmen.

Beim Bearbeiten nimmt der Arolser die Technik zu Hilfe. Mit einem Bohrmeißel werden die gröberen Teile weggefräst, modelliert wird mit einem feineren Gerät. Regt ein noch unbearbeitetes Stück Stein die Fantasie an, wird dies spontan in die Gestaltung einbezogen. So etwa bei der Figur des Soldaten, der zuerst eine Frau und dann einen Hund an die Seite bekam.

Interessante Gespräche am Gartenazun

Meistens kommt es ganz anders, als man denkt. Man muss das Beste aus jedem Stein herausholen, sagt Karlheinz Potthof. Ein schöner Nebeneffekt seien die Unterhaltungen mit Spaziergängern, die sich immer wieder ergeben würden.

Es seien schon viele Leute vorbeigekommen, die sich die Figuren ansehen würden, erzählt er. Interessante Gespräche und Erlebnisse verbindet der Hobbykünstler mit seinen Sandsteinschöpfungen, für die er bereits die nächsten Ideen entwickelt hat. (Sandra Simshäuser)

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