Gottesdienst zur Verabschiedung am 29. Juli· Nach fast zwölf Jahren nach Melsungen

Pfarrer Bielefeldt verlässt Berndorf

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Nach fast zwölfjähriger seelsorgerischer Tätigkeit wechselt Pfarrer Andreas Bielefeldt nach Melsungen.

Twistetal-Berndorf - Im Berndorfer Pfarrhaus bereitet man sich auf den Umzug vor. Nach fast zwölf Jahren steht für Pfarrer Andreas Bielefeldt und seine Familie der Wechsel von der Kirchengemeinde Oberes Twistetal - Helmscheid nach Melsungen an.

„Das ist kein Muss, aber eine neue Perspektive“, sagt der 44-Jährige, dessen offizielle Verabschiedung Dekanin Eva Brinke-Kriebel während eines Gottesdienstes in Berndorf am Sonntag, 29. Juli, um 14 Uhr vornehmen wird.

Für Andreas Bielefeldt wird die Zeit in Berndorf aus mehreren Gründen unvergesslich bleiben. Für knapp 1700 Gemeindeglieder war Bielefeldt als Pfarrer in Berndorf, Mühlhausen und Helmscheid zuständig. Nach dem Studium in Marburg, wo er auch Ehefrau Maren kennenlernte, und Vikariat in Korbach unter Dekan Bernd Böttner trat er hier im November 2000 seine erste Pfarrstelle an. Auch die Familiengründung fiel in diese Zeit, alle vier Kinder sind waschechte Berndorfer.

Weniger Fahrerei

Dass der Umzug nun relativ hurtig vonstatten geht, ist in erster Linie den beiden ältesten Kindern Charlotte und Henner geschuldet, für die in gut drei Wochen das neue Schuljahr in Melsungen beginnt. Auch die dreijährige Ada und Nesthäkchen Johann sollen von den Möglichkeiten der Kleinstadt profitieren. „Die Fahrerei fällt dann ein Stück weit weg“, sagt Andreas Bielefeldt, zu dessen Tätigkeitsbereich auch zukünftig wieder zwei evangelische Kindergärten gehören werden.

Anders als bisher wird Bielefeldt eine von insgesamt drei Melsunger Pfarrstellen übernehmen, zu der auch das Dorf Kirchhof gehört. Vermissen wird er vor allem das „sehr familiäre Umfeld“ in Berndorf. „Das ist ein Stück weit ein schwieriger Abschied“, betont Andreas Bielefeldt. Seine erste Pfarrstelle sei gleichzeitig eine „ganz tolle Pfarrstelle“ gewesen, bei der er viel für seinen Beruf gelernt und eine sehr gute Zusammenarbeit mit den Kirchenvorständen genossen habe.

Im idyllisch gelegenen Pfarrhaus mit dem großen Garten habe sich die Familie zudem sehr wohl gefühlt. Als Pfarrer habe er die Menschen in den Gemeinden sehr gut kennen-gelernt und mit Interesse die Renovierung der romanischen Kirchen in Mühlhausen und Berndorf erlebt. Beeindruckt zeigt sich Andreas Bielefeldt außerdem von der „Bereitschaft, andere Formen des Gottesdienstes zu feiern“, die nicht nur während der Kirchensa-nierungen spürbar gewesen sei.

Landessynode

Aber auch von übergemeindlichen Aufgaben war Bielefeldts Zeit in Berndorf geprägt. Seit 2007 war er Mitglied der Landessynode, seit 2008 bestimmte er als stellvertretender Dekan die Geschicke des Kirchenkreises des Eisenbergs mit.

Für das Ehepaar sei es von Anfang an gleichwohl eine „Grundhaltung gewesen, nach zehn Jahren mal zu gucken, wo stehen wir“, und neue Herausforderungen zu suchen, wie Bielefeldt erklärt. Sein Beruf lebe auch von der Persönlichkeit: „Nach fast zwölf Jahren kann es belebend sein, wenn eine neue Persönlichkeit wirkt.“

Eine gute Prognose stellt der Geistliche für die frei werdende Pfarrstelle in Berndorf, die zum Ende des Monats ausgeschrieben werden soll. „Das ist eine relativ große Pfarrstelle, die auf jeden Fall erhalten bleiben wird“, ist er angesichts andernorts geplanter oder erfolgter Zu-sammenlegungen überzeugt.

Eine Herausforderung für seinen Nachfolger sieht er in den Kindergartenplätzen für unter Dreijährige in Berndorf und Mühlhausen. In Berndorf sei eine Krippengruppe und eventuell ein Anbau in Planung. Als weitere zukünftige Aufgabe gelte es, die Zusammenarbeit der kürzlich zur Kirchengemeinde „Oberes Twistetal - Helmscheid“ zusammengeführten Gemeinden Mühlhausen, Helmscheid und Berndorf zu verstärken. „Das ist auf einem guten Weg“, sagt Andreas Bielefeldt zuversichtlich.

Zu Fuß durch Gemeinden

Seine Gemeinden wird Pfarrer Bielefeldt am Tag seiner Verabschiedung im wahrsten Sinne des Wortes noch einmal abschreiten. Zu Fuß oder per Planwagen geht es am Sonntag, 29. Juli, zum „Drei-Kirchen-Gottesdienst“. Beginn ist um 9 Uhr in Berndorf, weitere Stationen sind Helmscheid um 10 Uhr und Mühlhausen um 11 Uhr. Ab 14 Uhr ist die Gemeinde zu Kaffee und Kuchen an der Berndorfer Kirche eingeladen.(sim)

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