Unmut über Pläne zur Verlegung von Pfarramt nach Ober-Waroldern

Pfarrhaus Twiste soll verkauft werden

Twistetal - Für Unmut sorgen Überlegungen, den Sitz des Pfarramtes in Twiste nach Ober-Waroldern zu verlegen und das altehrwürdige Pfarrhaus zu verkaufen.

Die Dekanin des Kirchenkreises Twiste-Eisenberg, Eva Brinke-Kriebel, informierte in einer Gemeindeversammlung in Twiste über die Pläne. Aufgrund des Rückgangs an Gemeindegliedern werden in der Landeskirche Pfarrstellen gestrichen beziehungsweise Kirchspiele zusammengelegt. In Twiste wird seit zwei Jahren der erkrankte Pfarrer durch den Kollegen aus Ober-Waroldern vertreten. Ausgehend von dieser Situation, hat die Dekanin bereits mit dem Kirchenvorstand über eine Anpassung der Pfarrstelle gesprochen. Die Mitglieder dieses Gremiums baten, aufgrund der Brisanz des Themas, die Gemeinde einzuladen, und 100 Besucher kamen.Nach dem Punktesystem der Landeskirche Kurhessen-Waldeck, das unter anderem die Zahl der Gemeindeglieder und Zusatzaufgaben berücksichtigt, wird die Pfarrstelle in Twiste mit 74 Punkten bewertet, durch den Zusatzauftrag für die Betreuung der Senioren-Residenz in Bad Arolsen ist die Stelle voll abgesichert. Schwieriger ist die Situation im Kirchspiel Ober-Waroldern (mit Elleringhausen und Nieder-Waroldern): Die Pfarrstelle entspricht dort nur 55 Punkten, weitere 25 Punkte macht die Klinikseelsorge in Korbach aus. Derzeit vertritt Pfarrer Michael Böttcher (Ober-Waroldern) seinen Kollegen Ulrich Köppelmann in Twiste. Pfarrer Christian Rehkate (Landau, 86 Punkte) hat Braunsen hinzugenommen. „Das könnte ein dauerhaftes Modell für die Zukunft werden“, sagt die Dekanin. Die Landeskirche will auch das Überangebot an Flächen für die Pfarr- und Gemeindehäuser reduzieren und gemeinsam mit den Kommunen Gemeinschaftshäuser zu nutzen. Die Bauberatung der Landeskirche empfiehlt, das aus dem 18. Jahrhundert stammende Pfarrhaus Twiste zu verkaufen und stattdessen das vor etwa zwölf Jahren neu gebaute Pfarrhaus in Ober-Waroldern als Amtssitz zu nutzen. Das alte Fachwerkhaus in Twiste erfordert einen hohen Wartungsaufwand und verursacht hohe Heizkosten. Der Kirchenvorstand in Twiste jedoch führt für den Erhalt die gute Infrastruktur an. Zudem dürfe das denkmalgeschützte Ensemble von Pfarrhaus und -scheune unterhalb von Kirche und Schule nicht auseinandergerissen werden. Die Dekanin argumentiert für das moderne Haus in Ober-Waroldern, das auch künftig attraktiv für Pfarrerfamilien sei. Auch nach der Anpassung - sprich: Reduzierung - der Pfarrstellen werde es künftig an Nachwuchs mangeln.Innerhalb der nächsten beiden Wochen soll möglichst auch in Ober-Waroldern eine Gemeindeversammlung stattfinden. (ah)

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