Freundeskreis aus Cuxhaven hatte Idee zu einer bundesweiten Aufforstungsaktion

Pflanzaktion im Wald bei Kohlgrund ist Beitrag zum Klimaschutz 

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Selber anpacken, dem Wald wieder auf die Beine helfen: An der Pflanzaktion im Fürstlichen Forst bei Kohlgrund beteiligten sich rund 30 Freiwillige.

Voller Tatendrang haben sich am Sonnabend rund 30 freiwillige Helfer an die Arbeit gemacht und rund 1500 frisch ausgegrabene Tannen-Sämlinge aus einer Naturverjüngungsfläche auf einer Windwurffläche wiedereinzupflanzen.

Bad Arolsen-Kohlgrund. Die Idee dazu hatte Mareike Krug aus Zennern bei Fritzlar gemeinsam mit fünf Freunden aus ihrer neuen Heimat Cuxhaven: Wir wollten ein Zeichen setzen und etwas tun gegen den Klimawandel. Da kam uns die Idee, mit einer eigenen Homepage für Pflanzprojekte in ganz Deutschland zu werben.

Insgesamt 37 solcher Pflanzaktion auf Windwurfflächen werden auf der Homepage www.deutschland-forstet-auf.de beworben. Die Kohlgrunder Aktion war eine von fünf, die gleichzeitig in weit verstreuten Waldgebieten in mehreren Bundesländern ausgerichtet wurden.

Von Stürmen und Borkenkäfern arg gebeutelt

Bis es Mitte April zu warm und trocken wird, sollen möglichst viele junge Bäume da gepflanzt werden, wo Stürme und Borkenkäfer großflächigen Kahlschlag nötig gemacht haben.

„Das Klima steht kopf“ lautet der titel dieses Kunstwerks im Wald bei Kohlgrund, das Forstwirte gestaltet haben.

Sie hätten von vielen Seiten viel Lob für ihre Idee bekommen, erzählte Meike Krug am Sonnabend: Alle fänden es gut, dass viele Menschen mit anpackten, wo doch sonst das Personal für die Anpflanzungen fehle.

Interesse für den Wald und seine Probleme wecken

Das sieht auch der in Kohlgrund zuständige Revierförster Oliver Wagemann von der Fürstlichen Forstverwaltung so: „Für solche Aktionen sind wir immer offen und sehr dankbar. Unsere wenigen Mitarbeiter könnten gar nicht so viele Bäume gleichzeitig pflanzen.“ Außerdem sei es gut, wenn möglichst viele Menschen ein engeres Verhältnis zum Wald und seine Probleme entwickelten.

Pflanzaktion im Fürstlichen Forst bei Kohlgrund: Rund 30 Freiwllige pflanzen auf rund 1,5 Hektar rund 1500 Tannen-Sämlinge aus einer nahen Naturverjüngung um. Mit dabei: Die Ideengeberin Mareike Krug aus Zennern bei Fritzlar mit ihrem kleinen Sohn.

Das sieht auch Carl Anton Prinz zu Waldeck und Pyrmont nicht anders: Jede Hilfe sei willkommen. Neuanpflanzungen seien allein wegen der Personalkosten sehr teuer. Hinzu kommt, dass gutes Saatgut knapp und deswegen teuer ist. Deshalb setzt man im Fürstlichen Forstamt auf die kleinen Pflänzchen, die im Schutz alter Bäume aus deren Saatgut gewachsen ist. Das nennen die Forstleute Naturverjüngung.

Forstleute haben am Sonnabend gezielt solche Naturverjüngungsflächen ausgedünnt und überzählige Pflanzen ausgegraben.

Alle Generationen machen bei der Pflanzaktion mit

Diese Tannen-Sämlinge wurden dann innerhalb von Stunden von den vielen Freiwilligen wieder in die Erde gebracht. „Die Wurzeln dürfen gar nicht merken, dass sie ausgegraben wurden“, bringt es Wagemann auf den Punkt. Die Tannen seien anders als Fichten standortgerecht. Er schätzte, dass die rund 30 Helfer am Sonnabend auf einer rund 1,5 Hektar großen Fläche rund 1500 Pflänzchen ausgebracht wurden.

Zur Belohnung gab es für alle Helfer Wildbratwürstchen mit Wildfleisch von der jüngsten Wildschweinjagd.

Waltraud Kaune aus Kohlgrund hatte spontan Süßigkeit für alle helfenden Kinder mitgebracht: Sie habe selber Kinder, Enkel und Urenkel und freue sich, dass so viele Helfer gekommen seien um den Wald langfristig zu erhalten.

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