Prof. Dr. Helge Braun bei Lions Club-Veranstaltung

Für ein starkes Europa: Eindringliches  Plädoyer des Kanzleramtschefs in Bad Arolsen

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Lions-Benefizveranstaltung mit dem Leiter der des Bundeskanzleramtes, Prof. Dr. Helge Braun, (zweiter von links) hier im Bild mit Lions-Präsident Volker Schultze (links), Bürgermeister Jürgen van der Horst und dem Landtagsabgeordneten Armin Schwarz (rechts) beim Eintrag ins goldene Buch der Stadt.

Bad Arolsen - Ein starkes Plädoyer für Europa: Der Chef des Bundeskanzleramtes, Helge Braun, spricht bei der Lions-Tafel in Bad Arolsen.

Mit einem eindringlichen Plädoyer für ein starkes und einiges Europa, mit einem Bekenntnis zum transatlantischen Freihandel und einem Appell für mehr Offenheit für moderne Technik hat sich der Chef des Bundeskanzleramtes, Prof. Dr. Helge Braun, bei einer Benefiz-Veranstaltung des Lions-Clubs Christian Daniel Rauch an die rund 190 geladene Gäste im Bürgerhaus gewandt.

Unterstützung für Bedürftige

Der Erlös des Abends ist wieder zur Unterstützung des Arolser Tafel-Ladens und für weitere soziale und kulturelle Projekte des Lions-Clubs bestimmt. Lions-Präsident Volker Schultze dankte dem Chef des Bundeskanzleramtes für die Unterstützung durch seinen Festvortrag und die zahlenden Gäste aus Wirtschaft, Politik, Schulen, Kirche und Behörden für ihre Unterstützung.

Zu den Ehrengästen gehörten Carl Anton Prinz zu Waldeck und Pyrmont, der rheinland-pfälzische CDU-Bundestagsabgeordnete Erwin Rüddel, der viele Jahre die ars vivendi Seniorenresidenz geleitet hat, und der stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende im hessischen Landtag, Armin Schwarz.

Sie geben den Ton an

Den musikalischen Rahmen gestalteten die Schüler des großen Orchesters der Christian-Rauch-Schule unter Leitung von Rainer W. Böttcher. Mittendrin in den Reihen der Musiker: CRS-Schulleiter Markus Wagener mit seiner Trompete.

Die Schüler, die in diesen Tagen in die Abiturprüfungen eingestiegen seien, hätten in ihrem Leben nur ein Europa in Frieden und mit offenen Grenzen kennengelernt, so Prof. Braun. Ihr erstes Taschengeld hätten sie in Euro bekommen.

 Junge Leute sind gefragt 

Und ausgerechnet jetzt stehe der Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union unmittelbar bevor und bedrohe diese über Jahrzehnte gewachsene Ordnung. Dabei habe es bei der Abstimmung auf den britischen Inseln nur eine hauchdünne Mehrheit von 51 Prozent für den Austritt gegeben.

Inzwischen sei bekannt, dass die Wahlbeteiligung der über 70-Jährigen doppelt so hoch gewesen sei wie bei den unter 30-jährigen Briten.

Sorgen um Europa

Wenige Wochen vor der Europawahl im Mai habe er die Sorge, dass auch die jungen Menschen auf dem europäischen Festland die Errungenschaften Europas verspielen könnten, weil sie nicht zur Wahl gehen wollten. Und das nur aus Verärgerung über die bevorstehende Entscheidung über das Urheberrecht im Internet und so genannte Upload-Filter.

Als größte politische Herausforderung bezeichnete der Chef des Bundeskanzleramtes, Prof. Dr. Helge Braun die Frage, wie Friede und Wohlstand in Europa zu erhalten seien. In dem Maße, in dem sich die USA aus ihrer Führungsrolle in der Nato zurückzögen, werde eine gemeinsame europäische Armee immer wichtiger. 

Freien Handel sichern

Ein starkes Europa sei außerdem notwendig, um den freien Handel und die deutschen Exporte zu sichern. Auch deshalb sei es wichtig, bei der Europawahl für demokratische Parteien und für die gemeinsame europäischen Werte abzustimmen. 

Einen weiteren Schwerpunkt seiner Rede legte der Chef des Bundeskanzleramtes auf das Thema Digitalisierung. Das bisherige Geschäftsmodell des Internet basiere auf Werbung. Deshalb seien die amerikanischen Internet-Giganten wie Google und Facebook so sehr daran interessiert zu erfahren, was die Menschen den ganzen Tag so unternehmen. 

Strafen und Belohnen

In China habe der Staat das Internet mit einem Punktesystem hinterlegt, bei dem jedes private Handeln staatlicherseits bewertet und je nachdem abgestraft oder belohnt werde. Weil aber weder das amerikanische noch das chinesische System aus europäischer Sicht erstrebenswert seien, sei ein europäischer Weg der Digitalisierung nötig. 

Prof: Braun: “Wir brauchen ethische Standards für Künstliche Intelligenz. - Wir müssen bereit ein, die nächste technische Revolution in die Hand zu nehmen. Dann schaffen wir Zukunft.“

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