Biergarten auf Brauereigelände

Nach Abbruch beginnt Neugestaltung des Areals am Hofbrauhaus

Das Vordach und die Lagerhalle sind bei den Abrissarbeiten an der ehemaligen Arolser Brauerei abgebrochen worden. Die Baustoffe werden sortiert der Entsorgung zugeführt.
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Das Vordach und die Lagerhalle sind bei den Abrissarbeiten an der ehemaligen Arolser Brauerei abgebrochen worden. Die Baustoffe werden sortiert der Entsorgung zugeführt.

Noch bis in den März werden die Abbrucharbeiten auf dem alten Brauereigelände in Anspruch nehmen. Im Sommer soll dort ein Biergarten entstehen.

Bad Arolsen – Am Nikolaustag rückten die ersten Arbeiter mit Bagger, Hubbühne und diversen Werkzeugen und Geräten an.Das mehrfach erweiterte Brauereigebäude muss mitsamt seinen noch eingebauten Gerätschaften, Maschinen und den Lagerfässern sauber auseinandergenommen werden. Mauerwerk, Holz, Glas, Kabel oder diverse Wasser- und Abwasserleitungen müssen sorgfältig abgetragen und getrennt der Beseitigung auf Deponien zugeführt werden.

Mit dem Abbruch des alten Brauergebäudes in Bad Arolsen ist begionnen worden. An dessen Stelle soll ein Biergarten mit einem Teich angelegt werden, den es bereits im vorvorigen Jahrhundert gab.

Baumaterial wird womöglich auch wiederverwendet. So wurden zunächst Holzbalken auseinandergenommen, um sie zunächst zwischenzulagern und für andere Baumaßnahmen zu verwenden, wenn denn dies die Vorschriften zulassen.

Mit dem Abriss der Arolser Brauerei ist am Nikolaustag 2021 begonnen worden.

Die Arbeiten gehen schrittchenweise voran,, bis endlich das meterhohe, klobige Gebäude von der Bildfläche verschwunden ist.

Die alte Stangeneisanlage der Brauerei aus den 70-er Jahren.

Auch in die Tiefe erstrecken sich die Rückbauarbeiten. Dort stehen noch Gärfässer aus Edelstahl oder sind Lagerfässer aus Metall verbaut. Auch eine Stangeneismaschine gilt es abzubauen oder die Gärbecken aus Kunststoff herauszunehmen und dann das Mauerwerk zu entfernen. Durch das im Laufe der Jahrzehnte immer weiter vergrößerte und verwinkelt angelegte Bauwerk ziehen sich zig Meter Gänge treppauf und treppab.

Was an technischem Interieur noch zu gebrauchen ist, das wurde bereits demontiert. Für manche Metallfraktion wird es wohl eher Schrottpreise geben.

Die seit acht Jahren ausgedienten Gärfässer im Gebäude der früheren Brauerei an der unteren Kaulbachstraße in Bad Arolsen.

Das gelb-ockerfarbene Gebäude hat über Jahrzehnte hinweg den Bereich der unteren Kaulbachstraße geprägt. Hier, in der Arolser Hofbrauerei der Familie Brüne, wurden Pilsner, Bock und andere Biersorten mit dem Arolser Trinkwasser gebraut, Limonaden abgefüllt, Fässer und Flaschen kistenweise auf den Transport in Gaststätten, Läden oder zu großen Festen vorbereitet. Bis 2013 zog noch der charakteristische Malzgeruch hin und wieder durch das Städtchen. Dann wurde die Brauerei aufgegeben und das Arolser Bier in der Brauerei Allersheim gebraut.

Mit dem Abriss der Arolser Brauerei ist am Nikolaustag 2021 begonnen worden.

2018 erwarb der Hotelkaufmann Alexander Fitz das Brauereiareal, um Restaurant und Hotel zu sanieren und zu erweitern und eine neue Brauerei an der Violinenstraße zu bauen, aus der primär die 60 Hotels seines Unternehmens mit dem Gerstensaft beliefert werden sollen.

Doch die Corona-Pandemie zwang ihn, zunächst die Sanierungspläne zeitlich zu verlegen. Dann erwarb er die Mehrheit der Geschäftsteile an der Allersheimer Brauerei, um mit diversen Bierprodukten der Marke Arolser den Markt zu beliefern. Der Bau einer neuen Brauerei in Arolsen ist zunächst zurückgestellt worden.

Das alte Produktionsgebäude der Arolser Brauerei in der Kaulbachstraße soll noch im Jahr 2021 abgerissen werden. Die Bagger sind bestellt. Dazu gibt es 230.000 Euro Fördermittel aus dem europäischen EFRE-Programm. Darüber freuen sich von links Bürgermeister Jürgen van der Horst, Hotelier und Brauereibesitzer Alexander Fitz und Erster Stadtrat Udo Jost.

Wenn im Frühjahr die letzten Reste der alten Brauerei abgeräumt werden, wird mit der Erneuerung des freigewordenen Areals begonnen werden. Genauer gesagt: mit der Anlage eines neuen Biergartens. Außerdem soll in Erinnerung an den früheren Pferdeteichdort ein Gewässer angelegt werden. Idealerweise wird es dort im Sommer einen gastronomischen Betrieb geben.

Das Modell von Brauhaus und Pferdeteich in Arolsen haben Ivor und Sigrid Swain für das Deutsche Architekturmuseum angefertigt. Arolsen steht dort als Beispiel für eine barocke Kleinstadt.

Stück für Stück beginnt nun die Umgestaltung des Quartiers untere Kaulbachstraße, für die die Stadt Bad Arolsen eigens den Geltungsbereich des Stadtumbauprogramms ausgedehnt hat, um Fördermittel des Bundes und des Landes für die Entwicklung beantragen zu können.

Aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) fließen nun 230 000 Euro Zuschüsse zur Finanzierung des Abbruchs.

Der Bad Arolser Hotelkaufmann Alexander Fitz hat das Brauhaus Bad Arolsen mit allen Gebäuden auf über 11 000 Quadratmetern Ende 2018 gekauft und will das traditionsreiche Unternehmen mit Brauerei zu neuer Blüte bringen.

Weitere 247 000 Euro sind als Zuschüsse für die Neugestaltung des Platzes vorgesehen. Die Planung orientiert sich an dem alten Pferdeteich, von dem noch Gemälde existieren.

Der geplante Biergarten soll neben einem Teich angelegt werden mit Wegen und einem Kiosk für den Ausschank, der vielleicht im Sommer beginnt. (Armin Haß )

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