Volkmarser Naturschutzgebiet am Scheid

Platz schaffen fürs Nadelröschen

- Volkmarsen (-es-). 500 Festmeter Kiefernholz türmen sich mitten im 
Naturschutzgebiet Scheid. So eine große Abholz
aktion an so einem 
sensiblen Standort 
bedarf der Erklärung.

Hakola Dippel, der Naturschutzbeauftragte des Forstamtes Diemelstadt, kennt den Bergrücken im Dreieck zwischen Volkmarsen, Lütersheim und Ehringen ganz genau: Das Gebiet „Scheid bei Volkmarsen“ wurde 1987 als Naturschutzgebiet ausgewiesen und wurde als FFH-Gebiet nach der europäischen Richtlinie Flora-Fauna-Habitat gemeldet. 2003 wurden wie bei einer 
Art Inventur die Grunddaten 
der etwa 90 Hektar großen Fläche ermittelt und ein Maßnahmenplan aufgestellt, der den bis dahin gültigen Pflegeplan ersetzte.

Die Grunddatenerhebung brachte eine Vielzahl seltener und geschützter Pflanzenarten zum Vorschein. Deshalb gilt 
der Volkmarser Scheid heute 
als Naturschutzgebiet von landesweiter, teilweise bundesweiter Bedeutung. Die großen Bestände an Dreizähnigem Knabenkraut und 
der Fliegen-Ragwurz sowie die große Orchideenvielfalt zeichnen die Kalk-Trockenrasen-Fläche aus. Experten freuen sich auch über die erst vor 25 Jahren entdeckte Population des kleinen Nadelröschens, die sich seit der Unterschutzstellung wieder gut erholt und stark vergrößert hat. Deshalb gilt es, den Kalkmagerrasen am Scheid dauerhaft zu erhalten. Die vor 60 Jahren von Menschenhand gepflanzten Kiefern sollen nun Zug um Zug zurückgenommen werden. In 
einem ersten Schritt hat Dippel nun auf 
einem 1,5 Hektar großen Gebiet die standortfremden Baumarten fällen und die Dornenbüsche entfernen lassen.

Mehr lesen Sie in der gedruckten Ausgabe der WLZ am 30. Dezember.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare