Bad Arolsen

Polizei, Schule und Stadt Bad Arolsen ziehen in Sachen Gewaltprävention an einem Strang

- Bad Arolsen (-es-). „Prävention im Team“ (PiT) heißt ein von der Landesregierung angeschobenes Projekt, an dem sich im vergangenen Halbjahr auch die Kaulbach-Schule mit Hilfe von Polizei und Stadt beteiligt hat.

Die Folgen von Gewalt im Alltag aus der Opferrolle nachempfinden und Strategien zur Gewaltvermeidung entwickeln, sind die zentralen Ansätze des PiT-Programms. Dazu haben sich die beiden beteiligten Schulklassen der Kaulbach-Schule in den vergangenen Wochen sechsmal mit Marc van Biene und Dirk Virnich von der Polizeistation Bad Arolsen und dem städtischen Jugendarbeiter Friedhelm Schüttler im städtischen Jugendzentrum getroffen. Die Kaulbach-Schule war mit den Lehrern Christoph Sperl und Carsten Braun aktiv beteiligt. In Rollenspielen wurden unangenehme Situationen, bei denen Gewalt „in der Luft“ lag nachgespielt und Strategien zur Deeskalation gesucht und eingeübt. „Es ist nicht so, dass sich das PiT-Programm gezielt an solche Schulen richtet, die besondere Probleme haben“, stellte Dirk Friedrichs, Projektleiter beim hessischen Sozialministerium gestern bei einer Zwischenbilanz in Bad Arolsen fest: Vielmehr komme es darauf an, dass sich besonders engagierte Polizeibeamten und besonders engagierte Pädagogen zusammenfänden. Dann müssten die Schulen die Aufnahme in das Programm beantragen. Derzeit seien hessenweit 65 Schulen beteiligt. Am besten sei der Erfolg, wenn die Programme über fünf Jahre durchgezogen würden. „Die Stadt Bad Arolsen, die sich seit vielen Jahren schon aktiv um Gewaltprävention bemüht, ist froh, dass sich die Kaulbach-Schule an dem Projekt beteiligt“, stellte Bürgermeister Jürgen van der Horst anerkennend fest. Die Vernetzung von Polizei, Schule und Stadt funktioniere vorbildlich. „Die kennen ihre Pappenheimer und wissen, wie man sie anzusprechen hat“, kommentierte der Rathauschef mit Blick auf die beteiligten Mitarbeiter und fügte hinzu: „Wir haben hier zwar keine Probleme wie in den Ballungsräumen, Dennoch sind wir hier nicht auf einer Insel der Glückseligen.“ Gleichzeitig stellte der Bürgermeister fest:„ Prävention kostet Geld. Dennoch besteht in den städtischen Gremien Konsens, dass sich der Aufwand lohnt.“ Eigentlich müsse noch viel mehr für die Jugendlichen getan werden. Ebenso wichtig wie die Gewaltprävention sei die Berufsvorbereitung, ein weiteres Feld, auf dem sich die Stadt zusammen mit den Schulen und den Nachbarkommunen einiges vorgenommen habe. Dass Prävention nicht zum Nulltarif zu haben ist, betonten auch Polizeidirektor Hartmut Knittel von der Polizeidirektion Waldeck-Frankenberg und Richard Bracht von der Polizeistation Mengeringhausen: Es sei nicht immer einfach, die für das PiT-Programm benötigten Kollegen für ganze Tage abzustellen. Wenn die Landesregierung dies wolle, müssten zusätzliche stellen geschaffen werden. Ähnliches deutete der Konrektor der Kaulbach-Schule, Oliver Rest, an. Aufgrund der Personaldecke sei es nicht möglich, alle Schulklassen in den Genuss des PiT-Programmes kommen zu lassen. Dafür aber gebe es weitre hilfreiche Ansätze zur Gewaltprävention, an denen sich die Kaulbach-Schule ebenfalls beteilige. Als Beispiele nannte Rest das von den Lions-Clubs der Region geförderte Lions-Quest-Programm, die Aktion „Cool sein und cool bleiben“, sowie den Einsatz einer Schulsozialarbeiterin. Mehr zu PiT im Internet unter www.pit-hessen.de

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