Rhoden

Polizei setzt Suche nach 16-jährigem Jugendlichen fort

- Diemelstadt-Rhoden. Von dem 16 Jahre alten Wieland B. aus Rhoden fehlt weiterhin jede Spur. Die Polizei setzte am Freitagmorgen die Suche nach dem Jugendlichen fort, der eventuell eine Pistole bei sich trägt. Anzeichen für einen möglichen Amoklauf gibt es jedoch nicht. Die Suche der Polizei verlief bis Freitagabend ergebnislos.

25 bis 30 Polizisten nahmen am Morgen die Suche nach dem 16-Jährigen wieder auf, der bereits am Donnerstag gegen 2 Uhr aus der elterlichen Wohnung verschwunden war. Sie gingen Hinweisen aus der Bevölkerung nach und durchsuchten unter anderem Häuser und Scheunen im Dorf und in der Rhodener Gemarkung. Im Verlauf des Nachmittags kam außerdem ein Spürhund zum Einsatz, der von der Einsatzleitung aus Thüringen angefordert worden war.

Der Unterricht an der Mittelpunktschule, die Wieland B. besucht, fiel am Freitagmorgen aus, nachdem es am Donnerstagabend auf Nachfrage der WLZ-FZ noch geheißen hatte, er werde wie gewohnt stattfinden. Nur rund 30 von 330 Schülerinnen und Schülern waren zur Schlossbergschule gekommen. Die Christian-Rauch-Schule in Bad Arolsen, an der der Jugendliche früher unterichtet wurde, sollte um 13 Uhr geschlossen werden.

Das Verschwinden des Rhoders gibt der Polizei nach wie vor Rätsel auf, denn es liegen keine ersichtlichen Gründe dafür vor. Die Annahme, dass er eine Schusswaffe mit sich führen könnte, gründet die Polizei darauf, dass im familiären Umfeld eine alte Pistole verschwunden ist, die zu Hause aufbewahrt wurde.

Kein Brief, keine E-Mail, keine sonstigen Anzeichen hätten darauf hingewiesen, dass der 16-Jährige ausreißen, geschweige denn Menschen Gewalt antun wolle. Das erklären Angehörige, Polizei und Schulleitung übereinstimmend. Und doch rechnet die Polizei mit einem Restrisiko, dass nämlich der Junge eine Waffe mit sich führt und damit andere Menschen bedrohen könnte, wie Polizeisprecher Volker König bei aller Zurückhaltung am Freitag zu verstehen gab.

Wieland B.s Verschwinden war der Mutter am Donnerstag aufgefallen, als sie den Sohn gegen sechs Uhr wecken und dann zum Praktikumsbetrieb fahren wollte, in dem der Realschüler Einblick in das Berufsleben nimmt. Den Wecker hatte sich der Junge auf 2 Uhr gestellt. Wann er, mit T-Shirt, Sweat-Shirt, Jeans und Turnschuhen bekleidet, in jener kalten Nacht mit Temperaturen um den Nullpunkt ausgerissen ist, und ob er die alte, offensichtlich nicht korrekt verschlossene Waffe an sich genommen hat, ist unklar. Die Munition für die alte, aber funktionsfähige Pistole blieb im Haus.

Die Schulleiterin der Rhoder Schlossbergschule, Sigrid Scholtissek, erklärte im Gespräch mit WLZ-FZ: „Es gab keine Anzeichen für einen Amoklauf.“ Sie beschrieb den Jungen als guten Schüler, intelligenten und bei seinen Alterskollegen beliebten Jugendlichen. Verärgert reagierte sie auf Gerüchte, der Junge habe eine Gewalttat geplant. Dies sei eine Schilderung, die durch keine bisher gemachte Beobachtung gedeckt werde. Sie sprach zudem von ungerechtfertigten „Beschuldigungen“, Wieland B. sei kein Problemfall gewesen. Sie versicherte, dass dem Jungen alle Hilfe gegeben werde, um sein Abschlussjahr an der Schlossberg-Schule gut zu beenden.

Der introvertierte Wieland B. ist etwa 175 bis 178 Zentimeter groß und schlank. Auffallend sind seine schulterlangen, blonden, gelockten Haare. Bekleidet ist er mit einem schwarzen T-Shirt, einem blauen Sweatshirt und einer schwarzen Jogginghose. Auch seine Turnschuhe sind schwarz.

Wer den Vermissten sieht oder Hinweise zum Verbleib hat, wird gebeten, sich bei der Polizei in Bad Arolsen, Telefon 05631-971-0, oder bei jeder anderen Polizeidienststelle zu melden. (bs)

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