Illegales Treiben im Stadtzentrum

Stadt Bad Arolsen und Polizei nehmen Poser-Szene stärker ins Visier

Illegales Treiben auf dem Belgischen Platz: Sogenannte Poser gefährden mit ihren Fahrmanövern im gesamten Stadtkern andere Menschen und haben schon Unfälle verursacht.
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Illegales Treiben auf dem Belgischen Platz verrät der Gummiabrieb: So genannte Poser gefährden mit ihren Fahrmanövern im gesamten Stadtkern andere Menschen und haben schon Unfälle verursacht.

Ein gemischtes Echo hat die Öffnung eines Teils des Verkehrsübungsplatzes auf dem Hagen für Angehörige der Drifter-Szene ausgelöst. Ziel ist es, das illegale Treiben mit aufheulenden Motoren und quietschenden Reifen auf dem Belgischen Platz zu beenden.

Bad Arolsen - Kritisch äußerte sich der Leiter der Polizeistation Bad Arolsen, Achim Jesinghausen, gegenüber unserer Zeitung zu dem Angebot. Sinnvoller als mit quietschenden Reifen zu fahren, wäre es, wenn Fahrsicherheit geübt würde.

Während auf der WLZ-Facebook-Seite Beifall für das Angebot in der ehemaligen Kaserne in Mengeringhausen geäußert wurde, nehmen die Beschwerden bei der Polizei und gegenüber der WLZ nicht ab. Neben gefährlichen Fahrmanövern nachts auf dem Belgischen Platz und im übrigen Stadtkern wird das Herumlungern und Hinterlassen von Müllbergen zu Recht kritisiert.

Sie finde „die Idee super“, erklärte Helga Schlattmann (FDP) in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am Donnerstagabend zu dem Angebot an die Freunde des Driftens in der ehemaligen Prinz-Eigen-Kaserne. Sie erwarte aber auch, dass der Rechtsstaat reagiere auf illegales Handeln.

Bürgermeister Jürgen van der Horst spricht von einer „Doppelstrategie“. Denn „im Schulterschluss mit der Polizei“werde die Stadt über das Ordnungsamt dem gesetzwidrigen Treiben weiter entgegentreten. Aber die rechtsstaatlichen Mittel seien begrenzt.

Eine Video-Überwachung, so antwortete er auf Nachfrage von Ludger Brinkmann (SPD), sei juristisch problematisch. Bei einem Gespräch mit der Polizei seien in diesen Tagen Maßnahmen erörtert worden.

Nach bisheriger Erfahrung sei es schwierig, gegen illegale Aktionen etwas zu unternehmen. Die Bußgeldhöhe von 20 bis 30 Euro sei nicht gerade hoch. Und wenn die Polizei nachts wegen Raserei auf dem Belgischen Platz gerufen werde, erwische sie selten jemand auf frischer Tat.

Schätzungen zufolge gehörten zu der „klassischen Poser-Szene“ etwa 80 bis 100 Personen aus einem Umkreis von 60 Kilometern. Meist junge Männer, die mit teuren und stark motorisierten Autos beschleunigten und dann abbremsten. Dieses Verhalten müsse aber vom Driftsport getrennt werden, gab der Bürgermeister zu bedenken.

Was ist erlaubt, was lässt sich tolerieren, was ist illegal? Das Angebot an Freunde des so genannten Driftsports auf dem früheren Parkplatz der Bundeswehr Mengeringhausen löst, weil mit Lärm verbunden, ein unterschiedliches Echo aus.

Vertreter dieses Hobbys sind auf die Stadt zugegangen und haben erreicht, dass sie zu bestimmten Zeiten unter strengen Auflagen freitags oder samstags auf dem nichtöffentlichen Areal mit Autos driften dürfen, wobei die Reifen quietschen.

„Kriegen wir dann ein Driftsport-Zentrum?“, fragte Helga Schlattmann (FDP) in der Ausschusssitzung. Das sei nicht das Ziel, erklärte Bürgermeister Jürgen van der Horst.

Für motorsportliche Aktivitäten sei das Gelände nicht gedacht, die Zahl der möglichen Teilnehmer und die Nutzungszeiten seien begrenzt: „Das hier ist das Maximum.“

Die Fahrer organisierten sich dann selbst, zudem gebe es eine ehrenamtliche Aufsicht. Die betreffende Person könne dann auch schon eine klare Ansage machen, sagte der Rathauschef. (Von Armin Haß)

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