Volkmarser Schützen küren Joachim Rest zum König

Vom Prinzen zum König

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Volkmarsen - Erst Prinz Karneval, dann Schützenkönig. Joachim Rest ist neuer Schützenkönig in Volkmarsen. Er ist zugleich der erste seit ewigen Zeiten, der beim Wettschießen mit Kleinkalibergewehr auf einen hölzernen Vogel ermittelt wurde.

Zu seiner König erwählte Joachim Rest seine Ehefrau Steffi. Der Vogel fiel beim 51. Schuss im ersten Durchgang beim Anwärter-Buchstaben „R“ wie Rest. Beim nächsten Schützenfest in zwei Jahren wird an dieser Stelle in der Bewerberliste weiter geschossen. Doch bis dahin regieren Steffi und Joachim Rest. Zu den ersten Gratulanten gehörten Schützenoberst Andreas Sandhäger sowie das scheidende Königspaar Angelika und Klaus Teppe. Im 375. Jahr ihres Bestehens haben sich die Volkmarser Schützen vorgenommen, ihren Traditionsverein fit für die nächsten Jahrzehnte zu machen. Vorsitzender Hendrik Vahle rechnete beim Festkommers am Sonntag vor, dass derzeit 38 Prozent der 206 Mitglieder älter als 60 Jahre sind, aber nur acht Prozent jünger als 30 Jahre. Deshalb habe sich der Vorstand vorgenommen, Anstrengungen zu unternehmen, künftig mehr junge Mitglieder für den Verein zu gewinnen. Die Ideenliste reicht vom Entenrennen auf dem Mühlengraben über Bogenschießen auf der Kugelsburg bis hin zum Sommertriathlon. Gleichzeitig sollen aber auch die Senioren im Verein aktiviert werden. Vahle schlug in diesem Zusammenhang vor, eine Patenschaft für die Kugelsburg zu übernehmen. Gemeinsam könne man einen Beitrag dazu leisten, das Wahrzeichen der Stadt dauerhaft zu erhalten. In seinem Grußwort stellte Bürgermeister Hartmut Linnekugel fest, dass er keinen Zweifel daran habe, dass die Schützengesellschaft Zukunft habe: „Die schützen zeichnet neben einem scharfen Auge, einer sicheren Hand und einem klaren Kopf auch der Geist der Kameradschaft und Tradition sowie die Freude an der Geselligkeit aus.“ Freundschaftliche Grüße überbrachten auch Abordnungen der Sportschützen aus Breuna, der Schützengesellschaft Herbsen, die ende Juni ihr 325-jähriges Bestehen feiern, der VfR Volkmarsen, die Feuerwehr, der Turnverein, die Karnevalsgesellschaft und die Landfrauen, aus deren Reihen immerhin Königin Angelika Teppe und die Frauen ihres Hofstaates stammen. Kameradschaftlich verbunden sind auch die Wetterburger Schützen, die mit einer großen Abordnung im Sonntagsfestzug vertreten waren. Einen Rückblick auf 375 Jahre Schützenwesen in Volkmarsen gab der frühere Oberst Erich Vaupel in seinem Festvortrag. Dabei erinnerte er an die westfälischen Landesmilizen im 15. und 16. Jahrhundert. Volkmarsen gehörte damals zur Grafschaft Arnsberg und musste nach der Übernahme der Stadt Werl 1586 kurzfristig wehrfähige Männer dienstverplichten.Aus dem Schützenbuch von 1638 rief Vaupel 20 Namen der Gründer der Schützengesellschaft auf und stellte fest, dass die Hälfte der heutigen Schützenmitglieder mit den Gründern von damals verwandt ist. Den Bogen zum heutigen Schützenwesen spannte der frühere Vorsitzende Rainer Teppe mit dem Hinweis auf alte Tugenden, die bis heute von den Schützen hochgehalten werden. (es)

Fotos vom Schützenfest finden Sie hier.

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