Musikfest vom 29. Mai bis 1. Juni 

Programm der Arolser Barock-Festspiele bietet Tour durch Musikgeschichte

Das Programmbuch der 34. Arolser Barock-Festspiele präsentierte Intendantin Dorothee Oberlinger mit Bürgermeister Jürgen van der Horst sowie (hintere Reihe, von links): Wilhelm Müller (Touristik-Service), Stadtrat Udo Jost, Diana Maria Friz (Festspielbeirat), Erster Stadtrat Helmut Hausmann und Stadtrat Dietmar Danapel. Foto: Armin Hass

Bad Arolsen - Das brandaktuelle Programmbuch der Arolser Barock-Festspiele  rund 100 Seiten bietet  detaillierte und überraschende  Informationen   über das Musikangebot hinaus.

  Besonderen Musikgenuss versprechen die 34. Arolser Barock-Festspiele vom 29. Mai bis 1. Juni. Das gestern von Festspielleiterin Dorothee Oberlinger präsentierte, etwa 100 Seiten starke Programmbuch bietet zugleich vor den Konzerten die spannende Möglichkeit, sich neben den Beschreibungen von Werken, Komponisten und Musikern einen Eindruck vom Leben am Waldecker Hofe zu verschaffen.

Schätze gehoben

Das war geprägt von der Grand Tour genannten Bildungsreise junger Prinzen mit dem Hofmeister und Erzieher Joachim Christoph Nemeitz (1679 - 1753), aus dessen Aufzeichnungen Prof. Dr. Friedhelm Brusniak Stoff für seine Forschungen über die Arolser Hofmusik schöpft. In Kooperation mit dem früheren Festspielleiter Rainer W. Böttcher habe der aus Diemelsee stammende Brusniak, so Oberlinger, „Schätze gehoben“, die das wichtige Thema Hofmusik ausleuchten.

Dazu gehört neben den Reisen, die vor allem nach Italien führten, Geschichten über Künstler, die am Hofe zu Arolsen wirkten. Dazu gehört die bei Vivaldi ausgebildete venezianische Violinistin und Sängerin Maria Domenica Polon, die als Hofsängerin mit dem waldeckischen Kammermusiker Leonhard Polon verheiratet war, ihr Engagement gemeinsam mit ihrem Mann aber löste, weil der Fürst wegen Schulden die Gagen schuldig blieb.

Der geniale Schachspieler

An der Gänsemarkt-Oper in Hamburg kam sie zu Ansehen. Später kehrte sie jedoch wieder nach Arolsen zurück. Im Eröffnungskonzert am 29. Mai mit La Folia Barockorchester und der Sopranistin Robin Johannsen erklingen Werke aus dieser Zeit.

Als Schachspieler ist der geniale François-André Danican Philidor in Europa berühmt geworden, auch der waldeckische Fürst spielte mit ihm. Doch Philidor war auch Komponist, und so wird eine seiner Kompositionen in Arolsen erklingen. Dazu spricht der Autor, Regisseur und Dramaturg Thomas Höft am 30. Mai.

So läuft der Kartenverkauf

 Derzeit sind 80 Prozent der Karten verkauft, die Konzerte des Ensemble Aurora am 31. Mai und des Ensembles 1700 mit Dorothee Oberlinger als Flötistin sind bereits ausverkauft.

Ermöglicht wird das vor allem auswärtige Besucher anlockende Barockfest auch durch Sponsoren, wie etwa das Land, der Landkreis oder die Sparkassen-Kulturstiftung. 

Das ist das Budget

Das Budget von 153 000 Euro umfasst einen städtischen Eigenanteil von 40 000 Euro, der nach Auskunft von Bürgermeister Jürgen van der Horst auch die Leistungen von Mitarbeitern der Stadt wie etwa beim Betriebshof, umfasst. Der gleiche Effekt durch ein Stadtmarketing wäre erheblich aufwendiger und kostspieliger. 

„Der Bekanntheitsgrad der Stadt ist gestiegen“, stellt Diana Maria Friz aus dem Beirat der Festspiele fest. Schließlich würden der Deutschlandfunk und der Hessische Rundfunk Konzerte aufzeichnen. Die Nachfrage sei weiter ungebrochen, berichtet van der Horst. Die Musikfreunde schätzten das Konzept eines „kleinen, aber feinen“ Festivals mit kurzen Wegen. Diese Resonanz wirke sich auch auf die Übernachtungszahlen aus. 

Das Rahmenprogramm

Das in einer Auflage von 450 Stück herausgegebene Programmbuch zum Preis von vier Euro informiert detailliert über das Konzertangebot und das Rahmenprogramm, bei dem das Salonorchester Cappuccino am 1. Juni zu den treuen Mitwirkenden zählt. Führungen und Vorträge sind schon jetzt sehr nachgefragt. 

Ein Höhepunkt ist das stark nachgefragte Varieté als Nachtschwärmer-Veranstaltung am 31. Mai in der Reitbahn, wie Wilhelm Müller vom Touristik-Service berichtet. Eine Besonderheit ist die Tanzaufführung der Musikschule am 30. Mai im Bürgerhaus zu 300 Jahren Musikgeschichte von Barock bis Pop.

Porsche-Treffen

 Der Barock-Sonntag bietet unter anderem die Kunstmeile von Handel, Handwerk und Gewerbe. Und im Hof des Residenzschlosses werden zum Porschetreffen rund 200 Fahrzeuge erwartet.

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