Klimaschutzkonzepte sollen Möglichkeiten für erneuerbare Energien aufzeigen

100 Prozent Selbstversorgung ist Ziel

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Twistetal - Bis 2030 soll sich Nordwaldeck selbst mit Energie versorgen können. Dieses Bestreben ist mit dem vom Bund finanzierten Klimaschutzkonzept verbunden.

In einer ersten Vorstellungsrunde erläuterten Dipl.-Geograf Georg Trocha (BDO Technik und Umweltconsulting Düsseldorf) sowie Dipl.-Geografin Rosa Hemmers (Synergie Komm Agentur für Nachhaltigkeit und Innovation Bonn) gestern in Twistetal vor Bürgermeister Stefan Dittmann und leitenden Mitarbeitern die Methodik und betonten, dass alle Akteure - Kommunalpolitiker, Privatbürger, Landwirte und Firmenchefs - einbezogen werden sollen. Mit deren Unterstützung und auf der Basis von Angaben der Energieversorger, der Kommunen oder aufgrund von Interviews mit größeren Betrieben sowie auf der Grundlage von Statistiken oder Durchschnittswerten, etwa zum Energieverbrauch von Wohnhäusern oder Bauernhöfen, sollen der Wärmeenergie- und der Stromverbrauch sowie der Ausstoß von Kohlendioxid analysiert und Einsparungspotenziale dargestellt werden. Hier sollen Kosten und Nutzen gegeneinander abgewogen werden.

Nicht zuletzt ist vorgesehen, eine Übersicht über die bereits bestehenden Anlagen zur Erzeugung von Strom und Wärme zu erstellen und die noch bestehenden Möglichkeiten für einen Ausbau zu untersuchen. Schließlich wird die komplette Selbstversorgung mit Strom aus erneuerbaren Energiequellen anvisiert. „Ein ambitioniertes Ziel“, erklärt Dittmann. - Mit dem geplanten Bau von weiteren Windkraftanlagen kommt die Region dem schon schnell entgegen.

Die Potenziale sollen, wie in weiteren Vorstellungsrunden in dieser Woche in Bad Arolsen und Diemelstadt dargelegt wird, in zwei weiteren nordwaldeckischen Gemeinden ausgelotet werden. Volkmarsen hatte bereits mit der Nachbargemeinde Breuna ein integriertes Klimaschutzkonzept in Auftrag gegeben, das im Januar vorgestellt wurde (wir berichteten). Für die drei verbliebenen Kommunen werden die Kosten auf 67000 Euro veranschlagt, davon gewährt das Bundesumweltministerium - je nach Finanzlage - einen Zuschuss von durchschnittlich 80 Prozent.

Wichtig ist den beiden federführenden Büros, möglichst viele verschiedene „Akteure“ zu beteiligen, vom Hausbesitzer über den Landwirt bis zum Unternehmer. Dabei soll auch über Fördermöglichkeiten für Energiesparmaßnahmen informiert werden. Ende des Jahres soll das Konzept vorgestellt werden. Vorgesehen ist auch ein Controlling. Wie verbindlich das sein wird, darüber müssen sich die Kommunalpolitiker dann noch Gedanken machen.

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