Ende des offenen Schulhofes?

Randale rund um die Christian-Rauch-Schule in Bad Arolsen

Müll und Sachbeschädigung auf dem Gelände der Christian-Rauch-Schule Bad Arolsen. Links Schulleiter Markus Wagener, rechts Hausmeister Detlef-Wolfgang Böhlke.
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Müll und Sachbeschädigung auf dem Gelände der Christian-Rauch-Schule Bad Arolsen. Links Schulleiter Markus Wagener, rechts Hausmeister Detlef-Wolfgang Böhlke.

Die Randale, der Alkoholkonsum und die Sachbeschädigungen haben an der Christian-Rauch-Schule derart zugenommen, dass das Konzept des offenen Schulhofes in Frage steht.

Bad Arolsen – Schulleiter Markus Wagener führte den WLZ-Reporter gestern zusammen mit dem Hausmeister Detlef-Wolfgang Böhlke, seinem Kollegen Andreas Wieners und dem Elternbeiratsvorsitzenden Herbert Bengs die jüngsten Ergebnisse von Gelagen rund um die Schule vor. Zersplitterte Flaschen, weggeworfene Becher und Dosen, leere Pizza-Packungen sind Beispiele für eine Vermüllung.

Zudem werden Bänke zerstört, wird in Lichtschächte gepinkelt, werden Abfälle in Löcher gestopft, die zuvor in die mit Styropor wärmegedämmten Außenwände gestemmt wurden. Auch Feuer wurde gelegt. Und aus den Bildern von Überwachungskameras geht hervor, dass wohl auch mit Drogen gehandelt wird.

„Das macht uns Eltern Angst“, sagt Herbert Bengs, der selbst erschüttert ist von dem Ausmaß an Dreck und Schäden rund um die Schule. Im Bereich eines Klettergerüstet wurden einmal zwölf Kubikmeter Holzhackschnitzel ausgetauscht, die zum Teil vermodert waren, zu einem ungewissen Teil aber auch mit Glassplittern belastet waren.

Auch der im Frühsommer erneuerte Pumptrail für Mountainbike-Fahrer ist Ziel von ungebetenen Gästen. Sie hinterlassen leere Essenspackungen und tragen damit zur Vergrößerung des Rattenproblems an der CRS bei.

Der Landkreis hat ein Unternehmen beauftragt, Rattenfallen auszulegen und regelmäßig zu kontrollieren. Am Pavillon an der Fröbelstraße hat das Problem mit den unerwünschten Nagern stark zugenommen, Dönerreste auf dem Schulhof dürften auch auf dem Schulhof Ratten anlocken.

Das Problem sind die eigentlich erwünscht offenen Zugänge rund um die Schule, sodass jeder über das Gelände gehen darf. Schulleiter Wagener stellt die Frage, ob dieses Prinzip der Offenheit noch aufrechterhalten werden kann.

Der Landkreis habe den Einbau von Türen oder Zäunen rings um das Gelände aus Kostengründen abgelehnt. Die Kooperation mit dem Schulträger sei sonst gut, auch bei der Stadt treffe die Schulleitung auf offene Ohren.

Nicht zuletzt bemühe sich die Polizei um Aufklärung, schauten Streifen nach. Doch alle bisherigen Anzeigen blieben erfolglos. Nach der Auswertung der Video-Bilder gehe er davon aus, dass CRS-Schüler nicht zu den Missetätern zählten, sagt Wagener.

Hausmeister Böhlke erklärt, er schäme sich schon für den Abfall auf dem Gelände. Täglich müsse er bis zu zwei Stunden aufwenden, um wieder Ordnung zu schaffen.

Von Armin Haß

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