Stadt Bad Arolsen nutzt Neujahrsempfang des Bathildisheims als Podium für hohe Auszeichnung

Rauchplakette für Herbert Weygandt

Blumen für Ute Weygandt, die Rauchplakette für ihren Ehemann Herbert Weygandt (r): Bürgermeister Jürgen van der Horst verleiht die höchste Auszeichnung der Stadt Bad Arolsen.

Bad Arolsen - Herbert Weygandt ist beim Neujahrsempfang des Bathildisheims mit der Rauchplakette, der höchsten Auszeichnung der Stadt Bad Arolsen ausgezeichnet worden.

Seit 32 Jahren ist Herbert Weygandt in verschiedenen Funktionen von Aufsichtsrat bis Vorstandsvorsitzender des Vereins Bathildisheim in verantwortungsvoller Weise ehrenamtlich engagiert. Bürgermeister Jürgen van der Horst würdigte vor großem Publikum im Festsaal des Bathildisheims Weygandt intensives Wirken hinter den Kulissen.

Noch länger, seit 1968 ist Weygandt eine der tragenden Personen des Volksbildungsrings mit seinem Namen sind die Barockfestspiele ebenso verbunden wie die Weygandt geprägte kulturhistorische Vortragsreihe.

Der Rathauschef würdigte zugleich die große Bedeutung des Bathildisheimes als sozialer Dienstleister und wichtiger Arbeitgeber mit derzeit rund 800 Beschäftigten. Dabei erlebe die diakonische Einrichtung derzeit einen grundlegenden Strukturwandel. Auch soziale Einrichtungen seien zunehmend den Marktmechanismen wie Angebot und Nachfrage ausgesetzt. Da sei sei es wichtig, ein solides Fundament wie einen Trägerverein mit kompetenten Persönlichkeiten zu haben.

Teil des tief greifenden Wandels, den das Bathildisheim derzeit erlebt ist die Umsetzung der UN-Behindertenrechtscharta mit der Forderung nach Inklusion, zuerst fälschlich übersetzt mit Integration.

In seiner Festrede machte Landesbischof Prof. Dr. Martin Hein deutlich, dass Inklusion eigentlich auch ein urchristliches Anliegen sei und in der Bibel mit dem „Reich Gottes“ umschreiben werde. Gemeint sei eine versöhnte Gesellschaft.

Tatsächlich aber sei Inklusion heute eine gesellschaftliche Herausforderung, der sich auch die Kirche mit all ihren Institutionen stellen müsse. Dabei gelte es vor allem, die Barrieren in den Köpfen abzubauen. Bischof Hein: „Inklusion ist alles andere als ein soziales Sparprogramm.“ Es gehe nicht um um die Schließung von Förderschulen und Wohnheim mit dem Ziel eines vergleichsweise kostengünstigen Integration in bestehende Schulen und Wohnformen. Ziel sei vielmehr die Vision einer ganz anderen Gesellschaft. Inklusion sei teuer, langsam und aufwendig. Bischof Hein: „Das ist ein Jahrhundertprojekt.“

Bathildisheim-Vorstand Christian Geyer beschrieb anhand von drei Beispielen, dass sich das Bathildisheim diesen Herausforderungen stelle. So sei die Karl-Preising-Schule an vier Kooperationsklassen in Bad Arolsen, Volkmarsen und Rosenthal mit einem höheren Lehrerschlüssel als an staatlichen Inklusionsklassen beteiligt.

Außerdem würden neue Wohnprojekte wie in Volkmarsen oder ganz neu in Wolfhagen ermöglicht.

Das Projekt Tagwerk in Volkmarsen ermögliche auch Menschen mit Komplexen Behinderungen ein sinnstiftenden Arbeit. Das Bathildisheim befinde sich derzeit mittendrin in einem radikalen Umbau. Dazu gehöre auch das Überwinden der Barrieren in den Köpfen.

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