Erster Mittelalterlicher Markt in Rhoden

Reise in eine andere Zeit

Diemelstadt-Rhoden - Marktvogt Sir Angus übernahm am Samstagvormittag das Regiment in Rhoden: Der erste Mittelalterliche Markt rund um das Schloss entpuppte sich als Erfolg – vor allem Dank der guten Zusammenarbeit von Organisator, Stadt und heimischen Vereinen.

Im Schlosspark brennen die ersten Lagerfeuer, von der Kirche erklingen Trommel- und Dudelsackmelodien und in feine Stoffe gewandete Gestalten sind rund um das Schloss in Rhoden unterwegs. „Gott zum Gruße“, ruft Diemelstadts Bürgermeister Elmar Schröder den vielen Besuchern entgegen, die zur offiziellen Eröffnung des ersten Mittelalterlichen Marktes in Rhoden gekommen sind, „ich wünsche uns ein geschäftiges Markttreiben“. Etwas widerwillig überreicht der Bürgermeister den Schlüssel der Stadt dann an Marktvogt Sir Angus. Denn der übernimmt mit einem lauten Lachen für zwei Tage das Regiment in Rhoden. Und nachdem er den gut gelaunten Gästen nach dem feierlichen Einzug des Marktvolkes die Regeln erklärt hat, schreitet er zur ersten Tat: Weil der Bürgermeister den Zehnten nicht sofort entrichten kann, setzt er die Lanzenträger der Rhodener Schützengesellschaft auf den Bürgermeister an. Erst durch ein Kuss wird Schröder von seiner Qual erlöst – sehr zur Freude des großen Publikums. Hand in Hand Dann gibt die Rhodener Kanonengruppe das offizielle Startsignal und die Spielleute fangen an zu spielen, die Marktleute zu verkaufen und die Trunkenbolde zu trinken. Geselliger Mittelpunkt des Markttreibens nämlich ist die „Taverne der Gebrüder Bold“. Holz und Kerzenlicht, statt Plastik und Glühbirnen prägen die Marktstimmung und Gaukler, Barden und Handelsleute, denen das Mittelalter offensichtlich im Blut liegen. Das Holzkarrussel wird von Hand betrieben, der Flammkuchen über dem Feuer gebacken, Met in großen Krügen serviert und ein Bad nehmen die Beschicker im großen Zuber. Mittelalterexperten aus der ganzen Republik haben ihre Zelte und Feuerstellen im Schlosspark ebenso aufgestellt, wie die vielen Mitglieder der Rhodener Landsknechte. Und eben darin scheint auch die besondere Stärke dieses Festes zu liegen: Gäste und heimische Vereine arbeiten Hand in Hand. Der Hausfrauenverein serviert selbstgebackenen Kuchen und der Geschichtsverein bietet historische Stadtführungen an, auch der Schlossbrunnen darf unter die Lupe genommen werden. Brücke zur Gegenwart Die Brücke zur Gegenwart schlagen Architekten, Studenten und die Stadt: Im Gewölbekeller des Schlossen werden die Ergebnisse einer Unistudie zur Umnutzung von sechs leerstehenden Fachwerkhäusern in Rhoden gezeigt, Hauseigentümer bieten Interessierten einen Spaziergang durch bereits umgesetzte Projekte an und Bürgermeister Elmar Schröder fasst das Thema in seiner Präsentation „Städtebaulicher Denkmalschutz in Rhoden – eine Erfolgsgeschichte“ zusammen. Vor allem eine Ausstellung aber scheint die Rhodener besonders zu interessieren: Die Ideen der Architekten für die Nutzung des Schlossplatzes. Ohnehin beweisen die Rhodener am Wochenende die enge Verbundenheit mit „ihrem“ Schloss. „Wir haben nicht resigniert“, hatte Schröder schon bei der Begrüßung im Schlosshof betont, „wir werden gemeinsam mit der kommunalen Familie eine sinnvolle Nutzung für das Schloss erreichen“.Zum Feiern eignet es sich schonmal ausgezeichnet, stellt Marktorganisator Markus Mente am Ende des ersten Tages fest: „Wir freuen uns, dass so viele Menschen gekommen sind und kommen gerne wieder“.

1192169

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare