38 Berittene sorgen für prächtiges Bild in Mengeringhäuser Festzügen

Reiter eine Zierde fürs Freischießen

Jens Meuser, der Edelknappe des Jahres 2007, reitet die Front der angetretenen Schützen ab. Archivfoto: Elmar Schulten

Bad Arolsen-Mengeringhausen. - Die Festzüge beim historischen Freischießen in Mengeringhausen sind auch deshalb so besonders prächtig, weil dabei so viele Pferde zu sehen sind. 38 Chargierte, Hauptleute und Führer von Festzuggruppen erleben das Heimatfest hoch zu Ross.

Die größte Reitergruppe bilden traditionsgemäß die Knappen, die Begleiter des Grafen Heinrich. Die Symbolfigur des „Eisernen“, der um das Jahr 1390 lebte, wird begleitet von seinen Knappen, die Schilde mit den Wappen der Waldeckischen Adelsgeschlechter tragen.

Wer beim Freischießen als Knappe dem Eisernen Heinrich folgen will, muss mindestens 17 Jahre alt sein, leidlich reiten können und eine Bewerbung an den Grafen richten.

All das traf auch auf Martin Volkmann zu, als er im Jahr 2000 erstmals als Knappe dabei war. Diesmal wird er als 31-Jähriger der Edelknappe, der Anführer seiner historischen Festzuggruppe sein.

Der Edelknappe vertritt von den Waldeckischen Adelsgeschlechtern die Herren von Twiste, Besitzer der Burg und des Burggutes in Twiste. Die weiteren Knappen stehen mit ihren Wappen für die von Brobeck, von Dalwick, von Geismar, von Gogrebe, von Itter, von Mengersen, von Padberg, von Rhena und von Winter.

Mit den Wappenschilden am rechten Arm und den Lanzen in der linken Hand bleibt den Knappen nur wenig Bewegungsfreiheit, um anständig zu reiten. Die Zügel ihrer Pferde werden zu einer Schlaufe zusammengebunden, die der Knappe mit nur einer Hand halten kann.

Wer so gebunden und nur mit Gewichtsverlagerungen und Schenkeln Kommandos an sein Pferd geben kann, muss schon ein besserer Reiter sein. Zur Sicherheit treffen sich die Knappen schon seit etwa einem Jahr regelmäßig zum Reittraining. Auf diese Weise verstehen sich nicht nur Reiter und Pferde immer besser, auch der Zusammenhalt in der Gruppe ist stetig gewachsen, weiß Martin Volkmann zu berichten: „Wir freuen uns alle mächtig aufs Freischießen.“

Und der erfahrene Reiter ist bescheiden, wenn er feststellt: „Es kommt vor allem auf die Pferde an. Einige davon sind schon beim Rosenmontag in Mainz mitgegangen. Die sind schussfest und Menschenmassen gewöhnt.“ Um diese Fähigkeiten weiter zu trainieren, gibt es ja in Mengeringhausen die Ausritte am 21. April (Os-termontag) nach Mühlhausen und am 1. Mai nach Canstein.

Die wirkliche Bewährungs-probe erfolgt dann bei den Ausmärschen am 29. Mai (Himmelfahrt) und am 19. Juni (Fronleichnam) zur alten Warte. Bei diesen Gelegenheiten werden die Tiere an Fahnen und laute Musik gewöhnt.

Reitertag am Sonntag

Beim Freischießen sind 38 Schützenbrüder hoch zu Ross im Festzug integriert. Neben den Knappen sind dies Graf Heinrich der Eiserne, der Herold mit den Fanfarenbläsern, der Konstablerhauptmann, die Hauptleute mit Adjutanten und Oberleutnanten der Alt- und Neustädter Männerkompanien, der Auditeur und Burschenoberst sowie die Chargierten der Burschenschaft mit ihrem Rittmeister und die Chargierten der Hellebardiere. Dann folgen der Knabenoberst mit seinen zwei Adjutanten, und den Abschluss bilden die drei Schlussreiter.

Weitere zwölf Reiterinnen gestalten mit ihren Pferden am Freischießenssamstag und -sonntag die Reiterquadrille auf dem Festgelände.

Als gemeinsamen Einstieg in das Reitertraining treffen sich am Sonntag, 16. März, die Berittenen zu einem Reitertag an der Wilke-Mühle in Usseln. Dort stehen zwölf Pferde und drei Reitlehrer zur Verfügung, um vor allem den weniger Erfahrenen Tipps und Kniffe beizubringen.

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