Folgen eines Urteils zum Kartellrecht:

Revolution im Wald: Waldecker Kommunen übernehmen Holzvermarktung vom Landesbetrieb

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Die Vermarktung des Holzes aus kommunalen Wäldern wird ab 2019 durch eine neu gegründete Gesellschaft übernommen. Neben dem größten kommunalen Waldbesitzer, der Waldeckischen Domanialverwaltung, sind Städte und Gemeinden aus dem Landkreis beteiligt.  

Bad Arolsen. Es ist schon eine Revolution im forstlichen Bereich: Eine kommunale Gesellschaft mit der Waldeckischen Domanialverwaltung übernimmt in diesem Jahr vom Landesbetrieb die Holzvermarktung in weiten Teilen des Kreisgebietes. Und ab dem 1. Januar 2021 erfolgt auch die Beförsterung unter der neuen GmbH.

Starten wird die neu zu gründende GmbH im Schloss Rhoden. Für die neuen Mitarbeiter müssen die Räumlichkeiten im Gebäude der Domanialverwaltung noch hergerichtet werden. Neben dem stellvertretenden Verwaltungsdirektor als Geschäftsführer und einem Assistenten müssen ein Produktionsleiter, eine Kassenkraft, drei Außendienstmitarbeiter und zwei Sachbearbeiter Arbeitsplätze in dem historischen Bauwerk erhalten.

Das Gros der Waldeck-Frankenberger Kommunen hat sich der nuen Gesellschaft angeschlossen, derzeit sind es 18 Gesellschafter. Einschließlich der 19.000 Hektar der Domanialverwaltung werden insgesamt 32.000 Hektar Wald betreut. In den Forstämtern Burgwald und Frankenberg dürfen Kommunen ihr Holz noch bis 2020 wie bisher vermarkten lassen. Wenn sich die dortigen kommunalen Gremien für einen Anschluss entscheiden, dann würde die gesamte Fläche um 3000 Hektar anwachsen. Wir bieten uns als Partner mit der GmbH an, sagt Block.

Die Gesellschaft fungiere ausschließlich als Dienstleister bei der Vermarktung, die Erlöse abzüglich der Kosten würden bei den Eigentümer der kommunalen Wälder verbleiben. Auch über die künftige Beförsterung sei entschieden worden, Kündigungen seien teilweise schon an Hessen-Forst ausgesprochen worden.

Nach dem Kartellrecht und einem höchstrichterlichen Beschluss müssen die Landesforstverwaltungen die Vermarktung abgeben. Für die GmbH ergebe es nur Sinn, neben der Vermarktung des eingeschlagenen Holzes die forsttechnische Betreuung unter einem Dach, nämlich der neuen GmbH, fortzusetzen. Über das Wie werde derzeit mit dem Landesbetrieb Hessen-Forst verhandelt. „Wir sind offen dafür, bewährtes und erfahrenes Personal zu übernehmen“, betont Hendrik Block.

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