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Rundgang durch die Bad Arolser Geschichte

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Eine Stadtführung durch Bad Arolsen ist nicht komplett ohne Abstecher auf den Schlosshof: Reinhard Schimmelpfeng (links) von der Gilde 1719. © Sandra Simshäuser

Bad Arolsen. Reisebusse mit holländischen Touristen, die auf den Schlosshof zusteuern, sind kein seltener Anblick in Arolsen.

Begegnet man dagegen größeren Gruppen in den barocken Straßenzügen, handelt es sich meist um eine Tour der Gilde 1719. Seit gut dreißig Jahren besteht der Zusammenschluss ehrenamtlicher Stadtführer in Bad Arolsen.

Ausgangspunkt war ein Kurs für angehende Stadtführer, den Günter Jedicke 1986 als damaliger Vorsitzender des Waldeckischen Geschichtsvereins initiiert hatte. Seither sind die kostenlosen Stadtführungen an jedem Samstag um 15 Uhr fester Bestandteil des Veranstaltungskalenders in der Barockstadt.

Für Touristen, Klinikpatienten und interessierte Einheimische lohnen sich die Rundgänge gleichermaßen. Eine festgelegte Route oder gar einen vorgefertigten Text gibt es dabei nicht. Jeder der aktuell zehn Stadtführer bringt seine eigene Sichtweise auf die Stadt und ihre Geschichte mit.

Als Gildemeister ist Reinhard Schimmelpfeng seit elf Jahren für die Organisation der Stadtführungen verantwortlich. Für ihn gehören die Schloss- und Kaulbachstraße, die Stadtkirche und, wenn es die Zeit erlaubt, das Geburtshaus des Bildhauers Christian Daniel Rauch zu einem aussagekräftigen Stadtrundgang. 

Los geht es generell auf dem Schlosshof. Denn dort, betont Reinhard Schimmelpfeng, „fängt ja die Geschichte Arolsens an“. Der Stadtführer weist aber auch auf den Internationalen Suchdienst, dessen Funktion und Bedeutung für die Barockstadt hin.

„Ich höre oft, dass sich die Leute wundern, dass in einer so kleinen Stadt so viel zu sehen ist“, erzählt Reinhard Schimmelpfeng.

Das Verhalten der Gruppen ist derweil ganz unterschiedlich, hat er in seinen vierzehn Jahren als Stadtführer festgestellt.

Reisegruppen und betagte Besucher, die aus dem Bus aussteigen, würden häufig als Erstes nach dem nächsten Café Ausschau halten. 

Da könne es passieren, dass nach den ersten dreihundert Metern plötzlich nur noch die halbe Gruppe anwesend sei. Deutlich größer sei das Interesse bei den öffentlichen Führungen, bei denen es so gut wie keine Fluktuation gebe.

„Die Anordnung der Stadt, die Häuser und der Blick in Hinterhöfe interessieren die Gäste“, weiß Reinhard Schimmelpfeng. Als Paradebeispiel dient traditionell das Schreibersche Haus, dessen Hof und Hausflur an Samstagnachmittagen dann schon mal von bis zu 25 Personen bevölkert wird. 

Gesteigert wird dies noch an besonderen Tagen, etwa anlässlich der Barock-Festspiele, wenn bis zu vier Stadtführer gleichzeitig für Gäste und Besucher unterwegs sind.

(Von Sandra Simshäuser)

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