1200 Kilometer zu Fuß quer durch Deutschland. Und das ohne einen Euro in der Tasche: Sabine Marthien

Runter vom Sofa, ab ins Leben

Volkmarsen - 54-jährige Volkmarserin will ihre Grenzen austesten

„Ich wollte doch so viel in meinem Leben erfahren, machen, riskieren, erleben. Nach 54 Jahren wird es Zeit, damit anzufangen. Nur noch 29 Zentimeter“, schreibt die Volkmarserin auf ihrer Internetseite www.sunnysmile.cool, auf der sie in den kommenden Wochen ihre Reiseerlebnisse in einem Blog veröffentlichen will.

Die 29 Zentimeter beziehen sich auf ein Seminar, bei dem der 54-Jährigen bewusst wurde, wie viel Lebenszeit sie schon mit alltäglichen Dingen vergeudet hat. Etwa 29 Zentimeter bleiben ihr noch von ihrem ursprünglichen Metermaß. Diese Zeitspanne will sie möglichst intensiv erleben, an die Grenzen ihrer Belastbarkeit gehen.

Schon lange beschäftige sie sich mit dem Gedanken, dass das Leben mehr zu bieten habe als iPad und Fernsehen: „Man tritt immer nur auf der Stelle.“ Aus diesen festgefahren Wegen möchte die 54-Jährige nun einmal befristet für 35 Tage ausscheren. Dazu hat sie sich einen Wegeplan zurecht gelegt: Wanderwege erscheinen ihr meist zu verschlungen, Straßen zu gefährlich. Daher will sie auf ihrer Wanderung von Oberstdorf nach Flensburg überwiegend auf Radwegen unterwegs sein. Auf ihrem Rücken trägt sie einen wetterfesten Rucksack. Darin sind Schlafsack, Biwaksack, wasserdichte Bodenmatte, eine vielseitig verwendbare Zeltplane, ein Tarp. Und dazu nur wenig Kleidung, denn jedes Gramm zählt, wenn man es mit sich schleppen muss.

Unverzichtbar sind jedoch zwei große Wasserflaschen, ein Fahrtenmesser und ein kleiner Kocher. Damit will sie unterwegs Feldfrüchte und Kräuter kochen. Welche Wildpflanzen genießbar sind, hat sie in einem Seminar bei der westfälischen Kräuterexpertin Verena Arendes gelernt: „Ich brauche nicht viel“, sagt die Veganerin von sich. Wenn man ihr unterwegs mit Nahrungsmitteln aushilft, ist es ihr recht. Betteln will sie aber nicht: „Im Wald und an den Bäumen wachsen jetzt genug reife Früchte.“

Der einzige Luxus, den sie sich unterwegs erlauben will, ist moderne Kommunikationstechnik. Sie nimmt einen kleinen Tablettcomputer und ein Handy mit auf ihre Reise. Zum Aufladen der Akkus verwendet sie eine tragbare Solaranlage.

Mit Hilfe dieser Technik will sie von unterwegs Fotos und Erfahrungsberichte über Facebook in alle Welt senden und anderen damit Mut machen, es ihr gleichzutun.

Und damit ihre Aktion nicht nur ihrer inneren Zufriedenheit, sondern auch noch einer guten Sache dient, wirbt sie für Spenden für ein privates Kinderhilfsprojekt in Südafrika.

Internet: www.sunnysmile.cool, www.hugo-tempelman-stiftung.de und bei Facebook: Sunnysmile(Gesellschaft)

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