Bad Arolsen

Säuglingssimulator klärt Teenager auf

- Bad Arolsen (sim). Mithilfe eines Babysimulators könnten die jugendlichen Bewohner des Arolser Sophienheims bald selbst erleben, was es heißt, rund um die Uhr die Verantwortung für einen Säugling zu übernehmen.

Ein mehrtägiges „Praktikum für Elternschaft“ anzubieten sei der Grundgedanke, erklärte Diplom-Pädagogin und Mitbegründerin des „babybedenkzeit“-Teams Edith Stemmler-Schaich den Erzieherinnen des Waldeckischen Diakonissenhauses Sophienheim. Diese waren gestern in den Räumen der Jugendwohngruppe des Sophienheims zusammengekommen, um sich über das „RealCare“-Elterprogramm mit Hilfe eines Babysimulators zu informieren. Bei 37 Jugendlichen, von denen sieben in der Wohngruppe leben, ist das Thema Teenagerschwangerschaft bei den jungen Bewohnern wie auch ihren Erziehern gleichermaßen aktuell. „Es geht darum, noch präventiver zu arbeiten“, sagt Jugendhilfebereichsleiter Peter Ackermann. Besonders diejenigen Kinder und Jugendlichen, die aus zerrütteten Verhältnissen stammten, treibe frühzeitig der Wunsch nach einer eigenen Familie um. Doch: „Was ich nicht selbst erlebt habe, kann ich auch nicht weitergeben“, bringt Edith Stemmler-Schaich die hiermit verbundene Problematik auf den Punkt. Die Folge einer Schwangerschaft im Jugendalter sei häufig ein Teufelskreis aus Überforderung, daraus resultierender Gewaltbereitschaft und Schuldgefühlen.Zwar sind die deutschlandweiten Zahlen von Teenagerschwangerschaften in den letzten Jahren leicht rückläufig gewesen: von 1007 Schwangeren im Alter bis 15 Jahre im Jahr 2002 auf 733 fünf Jahre später. Dennoch besteht weiterhin starker Aufklärungsbedarf. Dies erfährt auch Stemmler-Schaich täglich, deren „babybedenkzeit“-Team oft sogar von Minderjährigen angeschrieben wird, die an einem „Elternpraktikum mit Babysimulator“ interessiert sind. Mehr in der gedruckten Ausgabe.

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