Sturkcdecke muss auf weitere Schäden abgeklopft werden

Sanierung der Bad Arolser Stadtkirche wird richtig teuer

Von der barocken Stuckdecke der Bad Arolser Stadtkirche ist ein großes Stück herausgebrochen.
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Die Stuckschäden an der Decke der Bad Arolser Stadtkirche lassen nichts Gutes vermuten. Nun soll die ganze Stuckdecke abgeklopft werden. Dazu muss ein Gerüst im ganzen Kirchenraum aufgebaut werden.

Das Ausmaß der Schäden an der Stuckdecke der evangelischen Stadtkirche scheint deutlich größer zu sein als bislang angenommen. Zumindest muss nun der Stuck von außen und innen auf die Festigkeit überprüft werden, wie Pfarrer Gerhard Lueg berichtet.

Bad Arolsen – Inzwischen wurde ein kleines Innengerüst aufgebaut. Lueg: „Die Bauarbeiten werden sich voraussichtlich bis März 2021 hinziehen, bis dahin ist die Kirche nicht zu nutzen. Was danach geschieht und geschehen muss, ist jetzt noch unklar, es könnte eine Renovierung von innen und außen anstehen, die sich über einen längeren Zeitraum sich hinziehen wird. Genaue Kosten lassen sich derzeit aber nicht beziffern, das hängt ja davon ab, was man im Zuge dieser Sicherungsarbeiten alles realisieren muss.“

Nach dem Ortstermin mit dem Architekten der Landeskirche hat Pfarrer Jörg Hebrank den Kirchenvorstand informiert: Es muss zunächst ein Gerüst im gesamten Innenraum der Stadtkirche aufgestellt werden, um den Stuck-Putz, der aus drei Schichten besteht, abklopfen zu können. Zurzeit steht ein etwa zwei Meter breites Gerüst an der Schadstelle. Erste Abklopfungen haben ergeben: Die drei Putzschichten haben sich voneinander getrennt. Wie weit sich das um die ganze Kirche zieht, kann man erst feststellen, wenn man alles abgeklopft hat.“

Wie geht es nun weiter in der Stadtkirche?

Als Nächstes soll das Architekturbüro Büro Müntinga und Puy mit der Betreuung der Sanierungsarbeiten beauftragt werden. Nach Ausschreibung der Gerüstarbeiten könnte mit etwas Glück bis Ende März das Gerüst komplett stehen. Vielleicht sei dann eine Benutzung der Kirche wieder möglich, schreibt Pfarrer Hebrank, weil das Gerüst auch einen Schutz vor eventuellen weiteren Abstürzen bietet.

Allerdings werde die wertvolle Noeske-Orgel in dieser Zeit nicht zu benutzen sein, weil sie mit einem Schutzgehäuse gesichert werden müsse. Es biete sich an, in dieser Zeit die Pfeifen zur „Generalreinigung“ auszubauen und in die Werkstatt des Orgelbauers zu schicken.

Nun müssen Zuschüsse eingeworben werden

Eine Innenraumrenovierung in Form von frischer Farbe böte sich an, wenn ohnehin ein Gerüst steht. Schließlich werden allein die Kosten für das Gerüst auf 100.000 Euro geschätzt. Wahrscheinlich müsse auch das Dach geöffnet werden, um die Arbeiten am Innengewölbe durchführen zu können. In dem Zuge wäre dann eine Neueindeckung des ältesten Schieferbereichs sinnvoll, berichtet Pfarrer Hebrank aus der Besprechung mit dem Architekten.

Sorgen bereiten aufgrund dieser langen Liste die zu erwartenden Sanierungskosten. Pfarrer Hebrank: „Einige Millionen Euro stehen im Raum. Das geht natürlich nur mit vielen Zuschüssen aus vielen Töpfen - wobei die meisten Töpfe für 2021 schon verteilt sind.“ (Elmar Schulten)

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