Bad Arolsen

Sanierung hat länger gedauert als der Neubau

- Bad Arolsen (-es-). Zehn Jahre, von 1710 bis 1720 hat es gedauert, bis Fürst Friedrich Anton Ulrich in sein neues Residenzschloss einziehen konnte. Weitere zehn Jahre gingen ins Land, bis auch die Außenflügel vollendet waren.

Die Sanierung seines herrlichen Schlosses hat beinahe 24 Jahre gedauert und wird am heutigen Sonnabend mit einem Festakt im Schloss angemessen gefeiert. Dazu werden unter anderem Ministerialdirektorin Dr. Ingeborg Berggreen-Merkel, Abteilungsleiterin beim Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Bundeskanzleramt, erwartet. Den Festvortrag hält Professor Dr. Gerd Weiß, Leiter des Landesamtes für Denkmalpflege in Hessen. Außerdem ist eine besondere Ehrung für dessen Amtsvorgänger, Professor Dr. Gottfried Kiesow vorgesehen. Seit 1986 sind stolze 20,8 Millionen Euro in die Sanierung des Schlosses investiert worden. Die Sanierungsmittel stammen mit 3,36 Millionen Euro (16,2 Prozent) vom Bund. Das Land Hessen beteiligte sich mit 8,021 Millionen Euro (38,6 Prozent). Darin enthalten sind auch zweckgebundene Lottomittel der Denkmalpflege. Die Waldeckische Domanialverwaltung trug mit 9,4 Millionen Euro (45,3 Prozent) den Löwenanteil. Das Geld stammt zum größten Teil aus den Erträgen des Domanialvermögens, Wäldern, Grundstücken, Gebäuden des ehemaligen Staatsvermögens also. Aufgrund der komplizierten rechtlichen Konstruktion zwischen Nießbrauchnehmern und Rechtsnachfolgern des ehemaligen Freistaats Wal­deck haben die Fürstliche Stiftung 336 000 Euro, das Land Niedersachsen für das Staatsbad Pyrmont 887 000 Euro und die Stadt Bad Pyrmont mit ihrem Forstunternehmen 532 000 Euro für die Sanierung des Bad Arolser Schlosses gezahlt.Neben den bauhistorisch bedeutsamen Aspekten der Sanierungsmaßnahme hat das Residenzschloss auch ein Stück Rechtsgeschichte mitgeschrieben. Der Bundesgerichtshof musste nämlich bemüht werden, um festzustellen, dass der sogenannte Fürstenvergleich, in dem die Aufteilung des waldeckischen Staatsvermögens nach 1918 geregelt wurde, bis heute gilt. Daraus leitet sich eine Pflicht zur Mitfinanzierung der Kosten für die Schlosssanierung durch das Land Niedersachsen und die Stadt Bad Pyrmont ab. Die Rechtsnachfolge des Landes Hessen war für die Juristen nie strittig, auch wenn eingefleischte Waldecker immer noch darauf beharren, in einem Fürstentum zu leben. Ganz gleich, ob fürstentreu oder demokratisch: Stolz sind die Waldecker, und ganz besonders die Arolser, auf ihr schönes Schloss.

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