Bauarbeiten weitgehend ausgeschrieben · Ausschuss für Tonplattenfassade

Sanierung ohne Kegelbahn

+
Das Bürgerhaus wird für zwei Millionen Euro saniert. Foto:

Bad Arolsen - Das Bürgerhaus in Bad Arolsen wird für rund zwei Millionen Euro saniert und erhält eine neue Fassade aus Tonplatten. Die Kegelbahn wird aufgegeben.

Der zu 90 Prozent durch Zuschüsse geförderten Sanierung hatte die Stadtverordnetenversammlung bereits zugestimmt. Nun geht es um Details: So befasste sich der Umwelt-, Planungs- und Stadtentwicklungsausschuss mit der Fassadengestaltung, dem Verbleib der Kegelbahn und dem Aufbau einer Photovoltaikanlage. Das Gremium tagte wegen der bereits begonnenen Bauarbeiten am Mittwochabend im Sitzungssaal des Rathauses und nicht im Konferenzraum des Bürgerhauses,

Die Stadtverordneten votierten einmütig für eine kombinierte Fassadengestaltung aus Putz und Tonplatten. Diese sollten farblich an die aus Sand-stein errichteten historischen Gebäude im Umfeld, das Rathaus und die Stadtkirche, angepasst werden, wie Architekt Arno Puy erklärte.

Zur Auswahl stehen eine 38.000 Euro teure Variante mit einer Holzverkleidung, die erwähnte Kombi-Lösung für 25.000 Euro und das Verputzen der Fassade für 23.000 Euro. Die Tonplatten hatte das Architekturbüro Müntinga und Puy empfohlen, weil damit Instandhaltungskosten vermieden werden könnten: Die alle 15 bis 20 Jahre fällige Renovierung eines Anstrichs bezifferte Arno Puy mit 15.000 Euro. Auch der Magistrat empfiehlt diese Lösung, wie Heinz Lösekamm, Leiter der Bau- und Liegenschaftsabteilung, dazu erklärte.

In der CDU-Fraktion waren die Kosten für die Tonfassade nicht unumstritten: „Wir diskutieren auch über Kostenunterschiede von 100 Euro“, erklärte Manfred Neubert (CDU), zugleich stellvertretender Ausschussvorsitzender. Doch würde die CDU-Fraktion einen Betrag von 23.000 Euro schon „schlucken“, mehr dürfe es aber nicht werden.

Wirtschaftlich

Nach Auffassung von Jörg Engelhard (Bürgerliste) ist der Einbau von Tonplatten die wirtschaftlichste Variante. Grünen-Stadtverordneter Werner Stibbe erklärte, die Stadtverordneten müssten im Rahmen der Haushaltssanierung über Einschnitte in vielen Bereichen beschließen, doch die teurere Lösung für die Fassadenerneuerung sei nachhaltig und wirtschaftlicher.

Der Ausschuss schloss sich außerdem der Empfehlung des Magistrates an, die Kegelbahn abzubauen. Es gebe genügend Alternativen, darunter im Dorfgemeinschaftshaus in Neu-Berich, argumentierte Lösekamm. Dieser Auffassung schloss sich Engelhard an: „Die Stadt muss keine Kegelbahn vorhalten.“ Ohne die Kegel-bahn könne die neue Bücherei im Bürgerhaus großzügiger gestaltet werden und ließe sich das Lese-Café besser mit der Bibliothek verknüpfen, erklärte Jürgen Schimmelpfeng vom Büro Müntinga und Puy.

Als unwirtschaftlich verworfen wurde die Installation von Photovoltaikmodulen am Bürgerhaus. Zudem würde das Beseitigen von Schnee rund umd die Module auf den Flachdächern problematisch, wird argumentiert.

Zwei Drittel der Arbeiten sind nach Auskunft von Lösekamm bereits ausgeschrieben oder schon vergeben worden. Bis zur Sommerpause sollen auch die restlichen Arbeiten möglichst vergeben werden. Im kommenden Jahr, so die Planungen, soll das Bürgerhaus nach dem Abschluss der so genannten energetischen Sanierung und der Verbesserung der Funktionalität wieder eröffnet werden. Dazu gehören behindertengerechte Zugänge und nicht zuletzt die Bücherei im Untergeschoss.(ah)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare