Sägewerke der Region liefern den Rohstoff für Pellets und Briketts

Saubere Energie aus Holzresten

Bad Arolsen-Mengeringhausen - Restholz und Sägemehl aus Sägewerken der Region wird seit März auf dem Mengeringhäuser Hagen zu Pellets und Briketts gepresst. Bei der Trocknung wird die Restwärme des benachbarten Holzheizkraftwerks verwendet.

Bisher wurde die Abwärme aus der Verbrennung und Verstromung mit riesigen Kühlern an die Umgebungsluft abgegeben. Mit diesem Unsinn ist jetzt Schluss. Das heiße Wasser wird nun im neuen Pelletwerk zum Trocknen der Holzreste verwendet.Nach dem Mahlen und Sieben werden die Holzspäne in kleine Würste gepresst und auf zehn Prozent Restfeuchte heruntergetrocknet. Heraus kommen aus dem Werk Zentimeter lange Pellets, die an Pressfutter für Kaninchen erinnern. Abgefüllt in Säcken kann man die Pellets in Baumärkten kaufen und damit seinen heimischen Ofen befeuern. Großverbraucher oder Einfamilienhäuser mit modernen Pelletheizungen im Keller lassen sich die gepressten Holzstückchen in ihren Keller­bunker liefern, von wo aus der naturnahe Energielieferant wartungsfrei in die Feuerungsanlage befördert wird. Rund 30000 Tonnen Pellets soll das Werk auf dem Hagen einmal liefern. Bei fünf Tonnen pro Einfamilienhaus macht das rund 6000 Einfamilienhäuser, die auf diese Weise mit umweltfreundlicher Wärmeenergie aus dem Wald versorgt werden können. Außerdem sollen auf dem Hagen rund 15000 Tonnen Holzbriketts gepresst werden. Die fertigen Fünfer-Gebinde wiegen zehn Kilo. Die Briketts verbrennen mit schöner Flamme im Holzofen. Betrieben wird das Holzpelletwerk von der RIO Holzenergie GmbH, einer Tochter der Juwi Holding AG und der Stadtwerke Mainz AG. Derzeit beschäftigt die Anlage vier Mitarbeiter. Im Vollbetrieb sind bis zu zehn Mitarbeiter nötig.Das Pelletwerk beteiligt sich am 22. September an dem Tag der offenen Tür im Bioenergiepark.

Holzpellets schonen Natur und Geldbeutel

Das mit Restwärme aus dem benachbarten Holzheizkraftwerk betriebene Pelletwerk beweise, dass es möglich sei, regenerative Energie regional zu vernetzen. Mit der Verbrennung von Holz werde Strom produziert und die Voraussetzung für kluge Produkte geschaffen. Der Rathauschef unterstrich, dass die von der Bundesregierung ausgerufene Energiewende nur unter Beteiligung der Kommunen funktioniere. Der Bioenergiepark sei gut für den Klimaschutz, für die Stadtentwicklung und für die regionale Wertschöpfung. Das zeige sich daran, dass hier neue Arbeitsplätze entstanden seien. Van der Horst dankte der Juwi Holding AG und der Stadtwerke Mainz AG für ihr finanzielles Engagement über die gemeinsame Tochter, die RIO Holzenergie GmbH und Co Bad Arolsen KG. Anerkennend äußerte sich auch Dr. Andreas Meissauer vom hessischen Umweltministerium. Das Holzheizkraftwerk und das Pelletwerk passten zu den erklärten Zielen des hessischen Energiegipfels: Ausbau der Energieinfrastruktur so dezentral wie möglich und so zentral wie nötig. Die Landesregierung strebe bis 2050 eine 100-prozentige Deckung des Energiebedarfs mit erneuerbaren Energien an. Das gehe nur mit einem weiteren Ausbau der Windparks im Land. Gleich danach aber komme den erneuerbaren Energien aus nachwachsenden Rohstoffen eine große Bedeutung zu. Hessen mit seinem 40-prozentigen Waldanteil an der Landesfläche sei dazu prädestiniert, das Potenzial des Holzes zu nutzen. Holz sei zwar nicht unendlich verfügbar, wachse aber nach, sei naturnah und ressourcenschonend. Der Technische Vorstand der Stadtwerke Mainz AG, Dr. Werner Sticksel, stellte das stadteigene Unternehmen als Betreiber zahlreicher Großkraftwerke vor. Aber auch Geothermie, Windkraft, Photovoltaik würden genutzt. Holzpellets hätten daher noch im Portfolio gefehlt. Der Geschäftsführer der RIO GmbH, Dr. Robert Stoffers, schwärmte von einem wachsenden Markt für Holzpellets. Der moderne und saubere Brennstoff koste nur rund 40 Prozent von dem, was für fossile Wärmeträger gezahlt werden müsse.

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