Von Corona-Pandemie angetrieben

Saubere Luft und schnelles Internet im Gymnasium von Bad Arolsen

Saubere, von Viren gereinigte Luft erzeugen die Viessmann-Lüftungsmaschinen, die in größeren Räumen der Christian-Rauch-Schule installiert wurden. Von links: Erster Kreisbeigeordneter Karl-Friedrich Frese, Björn Herrendorf und Nico Wirth (sitzend) vom Landkreis sowie Schulleiter Markus Wagener.
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Saubere, von Viren gereinigte Luft erzeugen die Viessmann-Lüftungsmaschinen, die in größeren Räumen der Christian-Rauch-Schule installiert wurden. Von links: Erster Kreisbeigeordneter Karl-Friedrich Frese, Björn Herrendorf und Nico Wirth (sitzend) vom Landkreis sowie Schulleiter Markus Wagener.

Von der Corona-Pandemie angetrieben: Lüftungsanlagen und schnelles Internet in der Christian-Rauch-Schule Bad Arolsen.

Bad Arolsen – Reine Luft und schneller Zugang zum Internet – davon hatte der Leiter der Christian-Rauch-Schule Bad Arolsen, Markus Wagener, vor einem Jahr bei Beginn der Corona-Pandemie nicht zu träumen gewagt. Gestern stellte er zusammen mit Erstem Kreisbeigeordneten Karl-Friedrich Frese die neue Technik vor.

Das bringen die Lüftungen

Sowohl die Installation von stationären Lüftungsgeräten, von denen eines normalerweise 10 000 Euro kostet als auch die unbürokratische Bereitstellung von Mitteln zur Beschaffung von mobilen Lüftern für die Klassenräume seien wichtige Schritte in der Corona-Pandemie und darüber hinaus bei Erkältungswellen.

Möglich sind solche Investitionen durch ein Landesprogramm, aus dem Schulträger und Schulen Mittel bekommen für die Aufrüstung der Gebäude zur Verbesserung der Luftqualität.

Große Geräte für große Räume

Am aufwendigsten freilich sind die von dem heimischen Unternehmen Viessmann zu einem günstigeren Preis zur Verfügung gestellten stationären, schrankgroßen Geräte für das Lüften und Filtern der Raumluft. Hier setzten der beim Landkreis tätige Energiemanager Nico Wirth und der für Heizung, Lüftung und Sanitäranlagen zuständige Kollege auf die Zusammenarbeit mit heimischen Unternehmen.

Fünf weitere Schulen sind mit den großen Lüftungsgeräten ausgestattet worden. Sie sorgen für gute Luft in größeren Räumen mit mehr Schülern, wo zum Beispiel Klausuren geschrieben werden müssen oder musiziert wird. In einer Stunde können 800 Kubikmeter Luft umgewälzt werden.

So wird rechtzeitig gelüftet

Erst Ende des vorigen Jahres lag nach Feldversuchen im Oktober der wissenschaftliche Beleg für die Effizienz der Geräte vor, so Wirth.

30 mobile Lüfter sind zusätzlich angeschafft worden und 40 Kohlendioxid-Ampeln, die anzeigen, dass wieder gelüftet werden muss. „Jeder Schüler muss selbst in der Lage sein, ein Fenster zum Lüften zu öffnen. Das gehört zum Leben dazu“, sagt Frese.

Das gibt es noch

Wo das nötig ist, wird die Öffnung von Fenstern nachträglich ermöglicht und werden Insektengitter angebracht. Außerdem sind neue, berührungsfreie Armaturen für das Händewaschen angeschafft worden.

Die Ausrüstung der CRS sei unerwartet schnell und unbürokratisch abgewickelt worden, freut sich Direktor Wagener. Von einem „Quantensprung“ spricht er nach der Anlage eines WLAN-Netzwerkes in der gesamten Schule.

Das leistet der Landkreis

Und der Landkreis will nun selbst mithilfe von 3,9 Millionen Euro und ohne Zuschüsse von Land und Bund die Glasfaserkabel verlegen lassen. Bis zum Sommer werden denn 60 Schulen schon einmal mit den WLAN-Netzwerken ausgerüstet, wie Frese berichtet.

Sowohl der durch die Corona-Beschränkungen erzwungene virtuelle Unterricht als auch der Schulbetrieb bei voller Präsenz aller Schüler erfahre dadurch ganz neue technische Möglichkeiten, erklärt CRS-Leiter Wagener. Router, Netzwerke und 50 Zugangspunkte sorgen schon dafür, dass der Datenfluss ohne Ruckeln funktioniert.

So wird es finanziert

Auch die Schnelligkeit des Internets wird erhöht. Mit der Deutschen Telekom hat der Landkreis Waldeck-Frankenberg einen Vertrag über die komplette Ausrüstung der Schulen mit Glasfaserleitungen abgeschlossen, so Frese.

Die nötigen Mittel sind in einem Nachtragshaushalt veranschlagt worden. Bei einigen Schulen seien Tiefbauarbeiten erforderlich. Ziel ist es, innerhalb der kommenden 60 Wochen diese Arbeiten zu erledigen. (Armin Haß )

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