Erste umfassende Darstellung aller derzeit geplanten Windkraftanlagen im Raum Diemelstadt

Die schiere Masse wirkt bedrohlich

Bürgerversammlung in Helmighausen zum Thema Windkraft. Angesichts der Häufung von geplanten Windkraftanlagen rund um Rhoden fragte Achim Schöppkes, was denn mit dem hehren Ziel einer „attraktiven Diemelstadt“ geworden sei: „Wie viel muss ein Ort opfern, um den Zielen einer wahnsinnigen Energiepolitik zu folgen?“ – Darauf gab es vom Planer die bekannte Auskunft: Die Stromversorgung muss gesichert bleiben, wenn demnächst alle Atomkraftwerke abgeschaltet sind. Das sei Konsens bei CDU, SPD und Grün

Diemelstadt-Helmighausen. - Um umfassende Information bemüht sich Bürgermeister Elmar Schröder. Das ist sehr ehrenwert, denn die Konfusion ist ebenfalls umfassend und zwar länderübergreifend. Das wurde bei der Bürgerversammlung in der Helmighäuser Dorfhalle deutlich.

Auf dem Höhenzug, der sich vom Waldeck‘schen Upland bis nach Diemelstadt zieht, schießen die Windräder wie die Pilze aus dem Boden und ein Ende ist nicht in Sicht.

In jeder Gemeinde werden auf Geheiß der Landesregierungen in Düsseldorf und Wiesbaden Windvorrangflächen ausgewiesen. Jedes Bundesland plant für sich. Das jeweilige Nachbarland erscheint auf den eigenen Karten als weißer Fleck.

Diemelstadts Bürgermeister Elmar Schröder, seines Zeichens gelernter Vermessungstechniker und studierter Geograf, hat sich die Mühe gemacht, beide Planhäften optisch zusammenzuführen.

Gemeinsam mit dem von Diemelstadt beauftragten Planer Detlef Schmidt vom Büro Freiraum- und Landschaftsplanung in Grebenstein mühte sich der Rathauschef, die vielen gleichzeitig laufenden Planverfahren in Marsberg, Bad Arolsen und Diemelstadt darzustellen und umfassend zu erläutern. Unterschiedlich sind auch die rechtlichen Vorgaben. So bemüht man sich in Hessen, einen Mindestabstand von 1000 Metern zwischen Windkraftanlage und Wohnbebauung einzuhalten. In Nordrhein-Westfalen gilt ein Mindestabstand von 800 Metern.

In Hessen haben Windvorrangflächen im Flächennutzungsplan eine Ausschlusswirkung für andere Flächen. In Nordrhein-Westfalen ist das nicht so.

In beiden Bundesländern laufen scheinbar unabhängig von einander überregionale Landschaftsplanung, kleingliedrige Flächennutzungsplanung und projektbezogene Bauanträge. Wer da den Überblick behalten und von seinem Recht der Stellungnahme Gebrauch machen will, der muss auf der Hut sein. Für jedes Verfahren gibt es unterschiedliche Regeln und Fristen. Die Pläne liegen meist in den Rathäusern aus, können aber auch online eingesehen werden.

Diemelstadts Bürgermeister Elmar Schröder hatte vor einigen Tagen moniert, dass die Stadt Marsberg bei einer dieser Offenlegungen vergessen hatte, die Pläne auch in den betroffenen Nachbarstädten Bad Arolsen und Diemelstadt auszulegen. Prompt korrigierte der Hochsauerlandkreis den Fehler mit einer erneuten Auslegung mit neuen Fristen.

Schröder und Schmidt haben inzwischen beim Regierungspräsidium in Kassel angeregt, gemeinsam mit dem Regierungspräsidium in Arnsberg und allen beteiligten Kommunen eine gemeinsame Abstimmungssitzung zu organisieren. Doch darüber ist noch nicht entschieden.

So findet sich derzeit die beste Übersicht über alle laufenden Verfahren in der Region auf der Internetseite der Stadt Diemelstadt. Unter www.diemelstadt.de stehen alle Pläne und Textanhänge im pdf-Format als Download zur Verfügung.

„Unsere Aufgabe ist es, Sie bestmöglich zu informieren“, betonte Bürgermeister Schröder daher mehrfach vor den interessierten Bürgern in der voll besetzten Dorfhalle von Helmighausen. Im gleichen Atemzug betonte Schröder aber auch: „Wir können nicht für Sie die Stellungnahmen formulieren. Wir sind neutral.“

Sichtbarer Ausdruck dieser Neutralität war am Mittwochabend die Anwesenheit von Windkraftbetreibern, Bürgerinitiativen und Mitgliedern des Naturschutzbundes. Allen Gruppen wurden Ausstellungsflächen und Platz für Informationsstände in der Halle eingeräumt. Im Anschluss an die Informationsveranstaltung der Stadt konnte die Diskussion an den Info-Ständen fortgeführt werden.

Am Montag, 2. März, beschäftigt sich der Rhoder Ortsbeirat ab 19.30 Uhr in öffentlicher Sitzung in der Gaststätte „Zum Krug“ mit den rund um Rhoden geplanten Windkraftstandorten. Im Haupt- und Finanzausschuss ist das Thema am Donnerstag, 5. März, um 19 Uhr im Mehrzweckraum der Stadthalle auf der Tagesordnung. Das Stadtparlament muss am Donnerstag, 12. März, ab 19 Uhr in der Rhoder Stadthalle eine Stellungnahme zu den planten Anlagen formulieren.

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