Das besondere Hobby am Twistesee

Schiffe, Träume, Tüfteleien - Modellbau und mehr im SMC Twistesee Eder

Vereinsregatta mit originalgetreuen Schiffsmodellen, dem Feuerlöschboot „Metropolregion“ des Vereinsvorsitzendem Heribert Korsawe und dem Bin- und Küstenfrachtschiff (Clyde Puffer) „Northlight“ von Wilhelm Neumeier (verstorben).
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Vereinsregatta mit originalgetreuen Schiffsmodellen, dem Feuerlöschboot „Metropolregion“ des Vereinsvorsitzendem Heribert Korsawe und dem Bin- und Küstenfrachtschiff (Clyde Puffer) „Northlight“ von Wilhelm Neumeier (verstorben).

Beim Schiffsmodellbau zählen Geschick und Fantasie. Aber auch Geselligkeit gehört dazu, wissen die 16 Mitglieder des SMC Twistesee Eder und freuen sich auf die Saison.  

Sport, Technik, aber auch Traum von Freiheit und Abenteuer auf hoher See – dieses Hobby hat viele Seiten, sagen die SMCler und freuen sich schon riesig darauf, nach der Corona-Zwangspause endlich wieder mit ihren originalgetreu nachgebauten Booten auf dem idyllischen Twistesee fahren zu dürfen. 

Der Schiffsmodellclub (SMC) Twistesee Eder e.V. wurde 1987 gegründet, um den Modellsport der Öffentlichkeit zu präsentieren und die Jugend für dieses Hobby zu interessieren. Bislang machen jedoch eher Ältere mit. Die Vereinsmitglieder im Alter von 34 bis 86 Jahren leben ihren Traum mit Modellen im Miniaturformat aus. Die Männer mit ihrer Technikbegeisterung sind die treibenden Kräfte, nur drei Frauen sind dabei.

Simone Pohlers (34), aus Wolfhagen-Istha, Zweite Vorsitzende des SMC Twistesee Eder, verheiratet, von Beruf Maurer. Hier mit der Jacht „Lotte“, „Motte“, „Pilar“ und dem „Feuerlöschboot 2“.

„Über meinen Ex-Freund bin ich zu diesem Hobby gekommen“, erzählt Simone Pohlers aus Wolfhagen-Istha. Die mit 34 Lebensjahren Jüngste im Boot hat auch ihren heutigen Mann auf einer der Regatten kennengelernt. Beim Plausch am Ufer kommt man sich eben näher.

Spannende Regatten

Normalerweise jeden dritten Sonntag im Monat im Warm-Wetter-Zeitraum Mai bis September treffen sich die SMCler auf dem Vereinsgelände beim Vorstau-Parkplatz am Twistesee, um ihre Vereinsregatten auszufahren. Bei den Wettkämpfen geht es darum, einen auf einem „Nauticus-Dreieck“ vorgegebenen und durch Bojen markierten Kurs möglichst zielgenau und fehlerfrei abzufahren. Manchmal wird auch extra ein abgewandelter Kurs ausgelegt.

Dieses Segelschiff ist der Stolz des SMC: Das Linienschiff „De 7 Provinciën“ unter holländischer Flagge, wie es ab 1665 gebaut wurde.

Am Ende des Wettkampfes werden die Punkte zusammengezählt und die Namen der Sieger auf dem vereinseigenen Pokal – dem „Klodeckel“ – verewigt. Das wird dann natürlich zünftig gefeiert. „Leider müssen wir in diesem Jahr coronabedingt auf diese Treffen und andere Events verzichten – ebenso auf die Fahrten zu unseren befreundeten Vereinen“, bedauert Simone Pohlers. Der SMC Twistesee Eder ist zwar nicht im Nauticus e.V., dem Deutschen Dachverband für Schiffsmodellbau und Schiffsmodellsport organisiert, aber trotzdem trifft man sich regelmäßig mit etwa zehn befreundeten Vereinen zu Wettkämpfen –inzwischen ein starkes Netzwerk. Einmal im Jahr – meistens im August – richtet der SMC selbst eine Regatta an ein bis zwei Tagen aus.

Aber auch abseits des Sports bestehen viele Gelegenheiten zum geselligen Miteinander. So beginnt das Jahr üblicherweise mit einer Winterwanderung mit Jahreshauptversammlung. Außerdem gibt es stets ein Fischessen zu Ostern und einen Jahresabschluss mit Weihnachtsfeier.

Klar, die Treffen mit Gleichgesinnten zum Kennenlernen und Fachsimpeln sind wichtig für das Vereinsleben. Hier wird allerlei Seemannsgarn gesponnen und sich über technische Neuerungen ausgetauscht. „Unsere Familien sind unterstützend im Hintergrund dabei und helfen gern bei der Organisation der vereinseigenen Wettkämpfe“, berichtet Simone Pohlers.

Küstenwache im Miniaturformat - bei den Regatten sind viele unterschiedliche Schiffsmodelle unterwegs.

„Das Basteln an den Booten motiviert“, spricht Simone Pohlers für ihren Mann. Sei es bei seinem originalgetreu nachgebauten Linienschiff oder der Motorjacht „Lotte“ – jedes Detail muss stimmen. Das Grundgerüst aus dem Baukasten ist mit allerlei Zusatzfunktionen ausrüstbar wie Motor, Soundmodul, Bordmusik oder farblich wechselnden Lampen. Und Simone Pohlers kümmert sich gern um die Deko, zum Beispiel Figuren auf dem Schiff. Aber Vorsicht: Das Boot darf nicht zu schwer werden, denn es soll ja sicher schwimmen.

„Oft besorgen wir uns die Baupläne der großen Schiffe als Vorbild und besichtigen die originalen Schiffe im Hafen“, erklärt Pohlers und ergänzt: „Bei der Miniatur-Umsetzung am Modell tauchen immer wieder knifflige Probleme auf – da ist es gut, sich mit den anderen Tüftlern im Verein auszutauschen.“ Wer Lust hat, mal reinzuschnuppern – „Wir suchen immer Verstärkung, bei uns darf jeder mitmachen, der Interesse am Schiffsmodellbau hat. Wer kein eigenes Schiffchen besitzt, darf auch gern mal mit einem unserer Modellschiffe fahren“, lädt Simone Pohlers zum Kennenlernen ein, lächelt und wünscht mit dem Seefahrergruß nach dem Vereinsmotto „immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel“.

Schiffsmodellbau ist nicht teuer, einen guten Baukasten gibt es ab etwa 250 Euro. Mit Steueranlage und Zubehör aufgebaut, ist das Schiff dann rund das Doppelte Wert. Die Aufnahme im SMC kostet 20 Euro, der Mitgliedsbeitrag für Erwachsene 36 Euro, für Jugendliche 15 Euro im Jahr. Und der Zeitaufwand: von ein paar Stunden bis etwa 500 Stunden pro Jahr. 

Weitere Infos stehen auf der Homepage: www.smc-twistesee.de         

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