Stadtparlament ermutigt Kreistag zur Wirtschaftsförderung

Schlachthof in Mengeringhausen und das heimische Metzgerhandwerk stärken

Schweine in einem Stall am Schlachthof in Mengeringhausen
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Erst mal eine Nacht drüber schlafen: Nach der Ankunft im Schlachthof Mengeringhausen können sich die Tiere beruhigen und Stresshormonen abbauen. Das ist gut für das Tierwohl und die Fleischqualität.

Der Schlachthof der Landwirtschaftlichen Vieh- und Fleischvermarktungsgenossenschaft auf dem Mengeringhäuser Hagen ist der letzte seiner Art in der Region Nordhessen.

Bad Arolsen-Mengeringhausen - „Auch wenn hier nach der Schließung des Schlachthofs in Bad Wildungen hart an der Auslastungsgrenze gearbeitet wird, werden hier im ganze Jahr weniger Tiere geschlachtet, als bei Tönnies an einem Tag“, rechnete der CDU-Stadtverordnete Gerd Frese am Donnerstagabend im Stadtparlament vor, als es um die von der SPD vorgeschlagene Resolution zur Stärkung des Schlachthofes ging.

Mit der Resolution sollte dem gemeinsamen Vorstoß von SPD und CDU im Kreistag Schützenhilfe gegeben werden, der darauf abzielt, den Schlachthof mit einem Zuschuss von 100.000 Euro unter die Arme zu greifen.

SPD-Fraktionsvorsitzender Ulrich Fiedler argumentierte: „Wir sollten ein Zeichen setzen, dass auch wir den Schlachthof unterstützen. Der Schlachthof vor ort bedeute Regionalität , ein Beitrag zum Verbraucherschutz und wegen der kürzeren Transportwege auch ein Beitrag für mehr Tierwohl. Schließlich seien mit dem Schlachthof auch Arbeitsplätze verbunden.

Biozertifizierung hilft bei der Vermarktung

Das bekräftigte auch CDU-Sprecher Gerd Frese. Vordergründung gehe es bei dem gemeinsamen Antrag von CDU und SPD im Kreistag um Wirtschaftsförderung für eine Genossenschaft. Doch damit sei auch eine Stärkung des Metzgerhandwerks im kreisgebiet verbunden. Nur die fachgerechte Schlachtung vor ort ermögliche den Metzgern die herstellung der traditionellen Stracke-Wurst.

Die Biozertifizierung des Schlachthofes, die mit den Stallungen zum Ausruhen nach dem Transport zusammenhänge, sei ein Pfund, mit dem das heimische Handwerk wuchern könne.

Kontrolle ist nötig, um böse Übrraschungen zu vermeiden.

Frese: „Wir müssen aufpassen, dass auf dem Gebiet der Schlachthöfe nicht das gleiche passiert wie seinerzeit mit den Molkereien. Die waren auch plötzlich alle weg.“

Thorsten Reuter von der FWG/OL gab zu bedenken, dass die Unterstützung des Schlachthofes durch den Landkreis allein nicht helfe. Das Veterinäramt solle auch weiterhin streng kontrollieren, damit sich der Wilke-Skandal nicht eines Tages wiederhole.

Die Resolution mit dem kurzen Text „die Stadtverordnetenversammlung begrüßte die beabsichtigte Unterstützung des Metzgerhandwerks und des Schlachthofes in Mengeringhausen durch den Landkreis“ wurde einstimmig beschlossen. (Von Elmar Schulten)

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