Hotelkaufmann Alexander Fitz plant ein Tagungshaus für die Hospitality Alliance

Das Schloss bleibt gelb

Das Schloss Landau thront mit Blick in das Wattertal auf dem tiefer gelegenen nordwestlichen Ausläufer des Stadthügels. Das Gebäude wird für Wohn- und Bürozwecke umgebaut.Fotos: Elmar Schulten

Bad Arolsen-Landau - Als ein Glücksfall für die Bergstadt Landau erweist sich der Verkauf des Landauer Schlosses an den Hotelunternehmer Alexander Fitz. Der will mit seiner Familie nicht nur Neubürger in Landau werden, sondern hat auch ein schlüssiges Konzept, das Arbeitsplätze sichert und das Torbogenhaus und die Turnhalle unverändert nutzen lässt.

Mit der Sanierung und Umnutzung von alten Gemäuern hat Fitz inzwischen Erfahrung. Bei der Umgestaltung des alten Amtsgerichts zur Verwaltungszentrale der bundesweit operierenden Hospitality Alliance AG hat Fitz viel Geschmack und Einfühlungsvermögen in alte Bausubstanz bewiesen.

Diese Eigenschaften sind jetzt wieder gefragt. Die Anfänge der Burganlage reichen bis ins 13. Jahrhundert. Um 1550 wurde aus der klobigen Burg ein schickes Schloss, das über die Jahrhunderte immer wieder erweitert, zwischenzeitlich vernachlässigt wurde, auch mal einen Brandschaden hatte und dann immer wieder neu umgemodelt wurde.

Derzeit lässt Fitz durch seine Architekten die Bausubstanz näher untersuchen. Dabei werden teilweise die seltsamsten Strukturen freigelegt. Auf solide Eichenbohlen wurden bis zu fünf Lagen andersartige Holzdielen und schließlich Linoleum aufgetragen. An manchen Stellen wurde herrliches Eichenparkett mit der Flex durchtrennt, um Bäder einzubauen. Fitz klagt nicht an, sondern stellt verständnisvoll fest: „Jeder Bauherr hatte wohl seine guten Gründe für den jeweiligen Umbau.“

Nun aber soll alles möglichst auf einen historischen Befund zurückgeführt werden. Dazu hat Fitz sich historische Bauunterlagen aus dem Staatsarchiv Marburg kommen lassen. Die werden mit dem aktuellen Bestand verglichen. So entsteht Stück für Stück ein Plan für die Restaurierung.

Bei allem Umbaueifer bekräftigt Fitz auf Nachfrage: „Das Schloss bleibt gelb, ja. Aber es kann sein, dass der Farbton dem historischen Befund angepasst wird. Mal sehen, was die Experten da finden.“

In das historische Hauptgebäude möchte der Hotelkaufmann in anderthalb Jahren selber mit seiner Familie einziehen. Einige der repräsentativen Räume möchte er aber für öffentliche Veranstaltungen, etwa Neubürger-Empfänge, freigeben. Mächtig imponiert hat ihm bei seiner Entscheidungsfindung für Landau das Engagement der Landliebe-Initiative. Deren Elan zur Belebung der Bergstadt Landau möchte Fitz gerne unterstützen.

Für 721000 Euro hat er insgesamt 3,71 Hektar Land erworben, davon 1,6 Hektar Schlossumfeld. Die 2,1 Hektar Weidefläche bleiben in der Verpachtung. Therapiegarten, Torbogenhaus und Turnhalle bleiben unverändert zur öffentlichen Nutzung frei.

Für das Brunnenhaus hat Fitz ein neues Konzept. Nach einem schicken Umbau sollen hier die Schulungen für Mitarbeiter aus der Hospitality- und Ramada-Gruppe erfolgen.

Die Hospitality Alliance Academie hält im Jahr etwa 300 Fortbildungsveranstaltungen für Mitarbeiter vom Azubi bis zur Führungsmannschaft ab. Etwa 100 oder 120 dieser Tagungen könnten künftig in Landau stattfinden. Dazu wird das Tagungshaus auch einen kleinen Restaurationsbetrieb erhalten.

Schmunzelnd stellt Fitz fest: Damit wird das ganze Areal eigentlich wieder so genutzt wie in früheren Jahrhunderten: „Die Nebengebäude erwirtschaften den Unterhalt für das Hauptgebäude.“ Für die Planungs- und Bauphase hat sich Fitz einen Zeitrahmen von 15 bis 18 Monaten gesetzt. Er ist gespannt, welche baulichen Überraschungen das Schloss noch bereithält.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare