Wohngruppe des Bathildisheims in der Kernstadt Volkmarsen eröffnet

Schlüssel für gute Nachbarschaft

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Symbolische Schlüsselübergabe für den Wohnkomplex des Bathildisheims in der Mitte von Volkmarsen. Unser Bild zeigt (v. l.): stellvertretenden Stadtverordnetenvorsteher Klaus Teppe, Pfarrer Horst Rühl (Diakonisches Werk), den Ersten Beigeordneten des Lande

Volkmarsen - Mitten in Volkmarsen ist das Bathildisheim mit der zweiten Gruppe für Heilpädagogisches Wohnen angekommen. Gestern übergab Architektin Eva Müntinga den symbolischen Schlüssel.

24 Menschen mit Behinderungen aus verschiedenen Altersgruppen konnten sich selbst dafür entscheiden, von ihrem bisherigen Wohnplatz in Neu-Berich oder in Bad Arolsen in das neue Wohngebäude auf dem Gelände des früheren Feuerwehrstützpunktes umzuziehen.

„Wir wollen nicht mehr aus dem Haus ausziehen“, erklärte Reinhold Schwarzer vom Heimbeirat in der Feierstunde. 25 Mitarbeiter des Bathildisheimes, zehn davon leben in der Großgemeinde Volkmarsen, kümmern sich um die Männer und Frauen, die zum Teil in den Bathildisheim-Werkstätten beschäftigt sind (wir berichteten gestern).

Voraussichtlich im kommenden Jahr wird mit dem Umbau des Saales des Stützpunktes für sogenannte „tagesstrukturierende Angebote“ begonnen. Der Landeswohlfahrtsverband wird dafür 150 000 Euro beisteuern. Diesen jüngsten Beschluss des Verwaltungsausschusses übermittelte der Erste Beigeordnete des LWV Hessen, Dr. Andreas Jürgens, unter großem Beifall. Den dort lebenden Menschen müsse die Möglichkeit zur Teilhabe am täglichen Leben geboten werden, erklärte Jürgens und verwies auf die angestrebte Inklusion behinderter Bürger im Alltag.

Der Landespfarrer für Diakonie, Horst Rühl, äußerte den Wunsch, dass – ähnlich wie in Bad Arolsen – die behinderten Menschen wie selbstverständlich in vielen Lebensbereichen dazugehören. Die gemeinsamen Begegnungen ermöglichten eine neue Lebensqualität.?Auf dem Weg zur Dezentralisierung von Wohnbereichen ist das Bathildisheim einen Schritt weiter, wie Vorstand Albert Schmidt erklärte.

Der Neubau in der Kugelsburgstadt ist das zweite Vorhaben nach dem Wohnheim in Bad Arolsen auf einer ehemaligen Pferdekoppel am Cansteiner Weg mitten in Arolsen, als Nächstes soll das ehemalige Amtsgericht in Wolfhagen umgebaut werden. Damit leben in dem einst rund 100 Menschen beherbergenden Wohnheim zwischen Neu-Berich und dem Wald noch um die 25 Menschen.

Die Werkstatt mit Küche und Wäscherei bleibt jedoch am alten Standort. Von den Investitionen in Höhe von 2,5 Millionen Euro wurden 67 Prozent an heimische Betriebe aus einem Umkreis von 40 Kilometern vergeben, erklärte Schmidt. 81?000 Euro gab die Landeskirche, 110?000 Euro stammen von der Aktion Mensch. Schmidt äußerte die Hoffnung, dass die seit Mai in Volkmarsen lebenden Bewohner eine gute Aufnahme in Volkmarsen finden. Er dankte dem Magistrat für die Unterstützung: „Wir haben uns von Anfang an willkommen gefühlt.“

Die Bürger seien aufgeschlossen, und auf der Basis eines 2001 herausgegebenen Gutachtens würden öffentliche Bauvorhaben barrierefrei geplant, sagte Bürgermeister Hartmut Linnekugel: „Sagen sie es uns, wenn sie Verbesserungsbedarf sehen.“ Die Stadt hat den Weg von der Kasseler Straße durch den Park am Haus Dr. Bock zum Wohnkomplex rollstuhlgerecht gepflastert.

Kreisbeigeordnete Hannelore Behle hob auch die Bedeutung als großer Arbeitgeber mit 800 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von 34,5 Millionen Euro hervor. Der benachbarte Kindergarten sang und überbrachte blühende Zweige.

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