130 Windhunde beim Coursing in Volkmarsen

Schneller als der Wind

Volkmarsen - Die einen haben durch ihr langes Fell Berühmtheit erlangt, die anderen durch ungeheure Schnelligkeit: Beim Internationalen Coursing in Volkmarsen traten zehn Windhundrassen zum Wettbewerb an.

Kurz vor dem Startschuss ist die Aufregung groß. Mariza aus dem Zarenreich und Rasswets Blandis haben den künstlichen Hasen schon im Blick und ihre Herrchen haben die liebe Not, ihre Hunde noch im Zaum zu halten. Denn erst wenn Harald Böhlke bereit ist, kann das Rennen beginnen. Harald Böhlke nämlich ist der Hasenleger – einer von nur noch ganz wenigen in Deutschland. Denn „Hasenlegen“ will gelernt sein. Mit einem echten Hasen aus Fleisch und Blut hat seine Aufgabe nichts zu tun. Viel mehr legt er an einer langen Schnur weiße Bänder aus. Dann lässt er den Motor an und holt mit einer Spule den „Hasen“ zurück. Ist Böhlke zu schnell, verlieren die Hunde ihre Beute aus den Augen, ist er zu langsam, erwischen sie den Hasen weit vor dem Ziel. Und eben deswegen ist seine Aufgabe auch so verantwortungsvoll. Schnell und intelligent Als Harald Böhlke schließlich die Hand hebt, fällt der Startschuss und die beiden Afghanischen Windhunde folgen in Spitzengeschwindigkeit den weißen Bändern. Nicht nur ihre Halter, sondern vor allem die Jurymitglieder lassen die Tiere dabei keinen Moment aus den Augen. „Die Hunde werden nach Geschicklichkeit, Schnelligkeit, Kondition, Intelligenz und Jagdverhalten bewertet“, erklärt Claudia Böhlke vom Club für Windhunderennen „Hassia“ in Volkmarsen. Zum Internationalen Coursing hat der Verein Teilnehmer aus ganz Europa eingeladen – 130 Windhunde aus Deutschland, Belgien, den Niederlanden und der Schweiz sind zum alten Steinbruch gekommen. Und keiner sieht aus wie der andere. Am Samstag treten Deerhound, Afghanen, Borsois und Sloughis an, am Sonntag dann Saluki, Azawakh, Irish Wolfhound, Whipped, Podenco Ibienco und Galgo Espanol. „Jede Rasse hat ein anderes Jagdverhalten“, erklärt Claudia Böhlke und das wird selbst dem ungeübten Zuschauer schnell deutlich. Während die Afghanen mit langem Fell anmutig und blitzschnell den Hasen jagen und sich am Ende der 850 Meter langen Strecke gemeinsam auf ihn stürzen, wirken die Borsois abgeklärt. Ebenso schnell, mit weniger Fell, überlassen sie dem Gewinner die Beute – während der Nachzügler nur bewachend daneben steht. „Natur der Windhunde“ Lust oder Frust für die Tiere? „Die Jagd liegt in der Natur der Windhunde“, erklärt Claudia Böhlke, „was sie hier machen, machen sie freiwillig“. Ohnehin würden Windhunde nur das tun, wonach ihnen die Nase steht. „Wenn sie nicht laufen wollen, dann bleiben sie stehen“, sagt Claudia Böhlke. Und auch das kommt vor. Geldpreise gebe es bei Rennen übrigens nie, ergänzt Claudia Böhlke. Und auf die Gesundheit der Tiere habe beim Rennen ein Tierarzt ein wachsames Auge.Außer Puste und etwas unwillig überlassen Mariza aus dem Zarenreich und Rasswets Blandis schließlich ihren Nachfolgern Feld und Hase. (resa)

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