Auftrag für Bildhauer Christian Daniel Rauch

Das ist die "schöne Marianne" im Museum Bad Arolsen

Museum Arolsen
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Portraitbüste von Christian Daniel Rauch von Maria Anna von Preußen (1785-1846).

Bad Arolsen – Eine Sonntagsführung findet am Sonntag, 1. März, um 15 Uhr im , Christian Daniel Rauch-Museum Bad Arolsen statt. Unter dem Thema „Die schöne Marianne oder Prinzessin Wilhelm“ wird eine Portraitbüste Rauchs im Blickpunkt stehen.

Dieser bekam 1811 den Auftrag, Prinz Wilhelm, den jüngsten Bruder König Friedrich Wilhelm III., und dessen Gemahlin Maria Anna von Preußen (1785-1846) zu porträtieren. Maria Anna, auch Marianne genannt, war die Tochter des Landgrafen von Hessen-Homburg. Nach ihrer Heirat im Januar 1804 wurde sie Prinzessin Wilhelm genannt.

Sie war Anna Maria 

Johann Gottfried Schadow bemerkte damals: „Am 19. August [1813] sah man die schöne Marmorbüste der Prinzessin Wilhelm von Professor Rauch angekommen aus Italien.“ Im Oktober 1811 hatte Rauch durch Vermittlung Schadows den Auftrag erhalten Prinz Wilhelm, den jüngsten Bruder König Friedrich Wilhelm III., und dessen Gemahlin Maria Anna von Preußen (1785-1846) zu porträtieren.

Portraitbüste von Christian Daniel Rauch von Maria Anna von Preußen (1785-1846).

 Maria Anna, auch Marianne genannt, war die Tochter des Landgrafen von Hessen-Homburg. Nach ihrer Heirat im Januar 1804 wurde sie Prinzessin Wilhelm genannt. 

Das war die Prinzessin

Caroline von Rochow beschreibt als genaue Beobachterin des preußischen Hofes ihre Persönlichkeit: „Ihrem Charakter und Sinn nach durchaus edel, war das Fürstliche in ihr steif und abweisend, während sie andererseits Wert darauf legte, mit Menschen aus den verschiedensten Kreisen in einen menschlichen Verkehr zu treten.“ 

Die dem Pietismus zuneigende, liebenswürdige und pflichttreue Prinzessin Wilhelm nahm nach dem Tod Königin Luises als älteste verheiratete Prinzessin eine herausgehobene und repräsentierende Rolle bei Hofe ein und kümmerte sich um die Kinder des Königs. 

"Tante Minnetrost"

Wegen ihrer romantischen und schwärmerischen Ansichten in Herzensangelegenheiten nannten sie der Kronprinz und seine Geschwister „Tante Minnetrost“. Am 21. Oktober 1811 fand kurz vor ihrer Niederkunft die erste Sitzung zu der Büste statt. Die Geburt der Zwillinge Thassilo und Adalbert am 29. Oktober verzögerte weitere Sitzungen. 

In dieser Zeit begann Rauch mit dem als Pendant konzipierten Porträt des Prinzen. Die Bildnisse vollendete er bereits im November, um möglichst bald nach Italien aufbrechen zu können. Zusammen mit weiteren Modellen wurden die Gipsmodelle nach Carrara versandt. 

Korkenzieherlocken

In dem ernst und ruhig wirkenden Bildnis ist Prinzessin Wilhelm in strenger Frontalansicht dargestellt. Das in der Mitte gescheitelte Haar umrahmt in maniriert wirkenden Korkenzieherlocken das breite Gesicht, das durch eine ebenfalls breite Nase und schmale mandelförmige Augen geprägt ist.

 Das Porträt hält den Betrachter auf Distanz und entspricht so seiner Funktion als dynastisches Bildnis im höfischen Repräsentationsgefüge. In dieser zweiten Fassung, die als Hermenbüste ausgebildet ist, trägt sie ein chitonartiges, an den Schultern geknöpftes antikes Gewand. Es fällt in Dreiecksfalten zwischen den unorganisch wirkenden, großen Brüsten herab. 

Umfangreiches Arbeitsprogramm

Rauch war Anfang Januar 1812 über Wien und München nach Italien gereist. In einem umfangreichen Arbeitsprogramm sollten die Gipsmodelle, zu denen auch die Liegefigur Königin Luises gehörte, in Marmor gearbeitet werden. 

Mit der Ausführung des Modells Prinzessin Wilhelms begann Rauch Anfang Oktober. Freudig und stolz berichtet er Caroline von Humboldt: „Die Büste der Pr. [Prinzessin Wilhelm] ist bald fertig und ich habe so schönen Marmor dazu der so hell und körnig wie der Griechische ist, die Büste macht mir Freude selbst.“ Rauch bemerkt weiter im Brief: „[...] denn niemand außer dem König ist artiger und zuvorkommender in B[erlin] mit uns umgegangen als diese.“

Sonntagsführung am 1. März 2020, 15 Uhr, Christian Daniel Rauch-Museum, Information 05691 / 625 734. red

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