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Schüler hielt 1957 Arolser Stadtgeschichte fest

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Von: Elmar Schulten

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Einweihung der Rauch-Büste 1957 vor dem Rauch-Geburtshaus in der Rauchstraße von Bad Arolsen. Zum 100. Todestag von Christian Daniel Rauch würdigte die Stadt ihren großen Sohn mit einer blitzblanken Büste.
Einweihung der Rauch-Büste 1957 vor dem Rauch-Geburtshaus in der Rauchstraße von Bad Arolsen. Zum 100. Todestag von Christian Daniel Rauch würdigte die Stadt ihren großen Sohn mit einer blitzblanken Büste. © Klaus Zimmermann

Mit seiner 6x6-Rolleiflex-Kamera hat Klaus Zimmermann in den 50er Jahren zahlreiche Feste und Alltagsszenen in Bad Arolsen dokumentiert.

Der inzwischen emeritierte Professor der Universität Kassel nutzt seine Freizeit nun dazu, die alten Negative im 6x6-Format zu digitalisieren. Einige davon wurden bereits in loser Folge in der Waldeckischen Landeszeitung abgedruckt, so zum Beispiel Fotos vom Training der VfL-Sportler und Szenen eines Schulfestes mit Festzug um 1954.

Bemerkenswert ist auch das Foto, das der damals 19-jährige Klaus Zimmermann am 1. Dezember 1957 bei einer Gedenkfeier zum 100. Todestag des klassizistischen Bildhauers Christian Daniel Rauch vor dem Rauch-Geburtshaus in der Rauchstraße aufnehmen konnte. Er war an diesem Tag mit seiner für damalige Verhältnisse sündhaft teuren 6x6-Rolleiflex der einzige Fotograf, der das Ereignis festhielt.

Gedenkstätte im Rauch-Geburtshaus geschaffen

Das Foto zeigt die Honoratioren der Stadt, wahrscheinlich auch den damaligen Bürgermeister Karl Emde, bei der Enthüllung einer restaurierten Rauch-Büste.

Nach Vorarbeiten des damaligen Vorsitzenden des Waldeckischen Geschichtsvereins in Arolsen, Wilhelm Emde, hatte die Stadt im Geburtshaus eine Rauch-Gedenkstätte eingerichtet.

Beim Kaffeetrinken mit Rauchs Nachfahren dabei

Vor dem schmalen Fachwerkhaus wurde die alte, stark verwitterte Rauch-Büste, die 1863 vom Arolser Bildhauer Carl Schulz nach einer Büste des Rauch-Schülers Rietschels geschaffen worden war, durch eine Nachbildung von Horst Jaritz aus Jesberg ersetzt.

Über diese Begebenheit berichten Helmut Weber und Günter Jedicke in der 1977 erschienen Jubiläumsschrift des Waldeckischen Geschichtsvereins. Offenbar war Klaus Zimmermann damals der einzige Fotograf, der sogar beim anschließenden Kaffeetrinken noch entfernte Tanten und Cousinen von Christian Daniel Rauch fotografieren konnte.

Physiklehrer hat Interesse geweckt

Der Pennäler war von seinem Physiklehrer Otto Kunisch zur Fotografie angeleitet worden. Professor Zimmermann schreibt dazu: „Kunisch hatte ein Schüler-Fotolabor eingerichtet und mir das Management übergeben. Das habe ich über die Schulzeit hinaus auch privat bis etwa zur Jahrtausendwende beibehalten. Seitdem alles PC-orientiert.

Kunisch hatte mich zu einem bundesweiten Schulfotografie-Wettbewerb angemeldet, aus dem ich mit Bronze herauskam. Die Fotos habe ich heute noch. 1948 mit einer AGFA-69-Box angefangen bin ich heute bei einer CANON-R5 mit 100-400-Zoom gelandet.“ (Elmar Schulten)

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