Volkmarsen

Schweineborsten für Rasierpinsel

- Bad Arolsen (-es-). Sie begleiten die Menschen durch den Tag und dennoch verschwendet kaum jemand einen Gedanken an ihre Herkunft: Tierhaare und Borsten stecken in Rasier- und Schminkpinseln, Bürsten und Besen.

Den Rohstoff für diese alltäglichen Hygieneartikel liefert – in Deutschland ziemlich konkurrenzlos – die Volkmarser Borstenzurichterei Kumpe. Das Familienunternehmen wurde vor über 100 Jahren vom Urgroßvater des jetzigen Inhabers, Johannes und Großvater Wilhelm Kumpe, in Mönchehof, Espenau bei Kassel gegründet. 1959 siedelte Karl Kumpe die Firma in die Stadt am Fuße der Kugelsburg um. Seit 1980 führt Eckhard Kumpe das ungewöhnliche Unternehmen in vierter Generation. Kumpe hat Biochemie studiert, musste sich mühsam in die kaufmännischen Details einarbeiten, fühlt sich aber mit seinem Wissen um die chemischen Vorgänge beim „Zu-und Aus-Richten“ von Tierhaaren bestens ausgebildet, wenn es darum geht, technische Innovationen einzuführen. Es sind gerade diese Feinheiten, die die Spezialsortimente aus Volkmarsen von den zweitklassigen Massenprodukten aus China unterscheiden. „Wir kochen alle Borsten zweimal zwei Stunden lang“, verrät Kumpe eines seiner Firmengeheimnisse.Doch es gehört schon noch eine Menge mehr dazu, damit aus widerspenstigen Schweine, Wildschwein oder Ziegenborsten geschmeidige und hautschmeichelnde Haare für feine Pinsel werden.

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