Skulpturen von Koorida mit Kran platziert · Ausstellung von August bis November

Schwergewichte vor dem Schloss

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Bad Arolsen - Neue Kunstwerke „schwebten“ am Donnerstag in den Graben vor dem Bad Arolser Residenzschloss ein. Die übrigen Arbeiten international bekannter Künstler sind ab August zu sehen.

Die ersten Skulpturen wurdenmit einem Laster aus dem Depot der Galerie Scheffel (Bad Homburg v. d. H.) angeliefert. Sie mussten mit einem Kran an Ort und Stelle platziert werden. Kein Wunder, bei zwei bis knapp vier Tonnen zählen die Granit- und Marmorarbeiten des Japaners Masayuki Koorida zu den Schwergewichten der kommenden Ausstellung vom 4. August bis 18. November.

Die anthrazitfarbenen Granitskulpturen und das mit 3,6 Tonnen schwerste Kunstwerk aus weißem Marmor werden in der sogenannten Grafft präsentiert und nur von außen zu betrachten sein. Wegen der Unfallgefahr ist ein Betreten nicht erlaubt. Die Skulpturen konnten an den bisherigen Ausstellungsorten, etwa an der Uni Frankfurt, nicht nur von Nahem betrachtet werden, sondern wurden auch als Sitzgelegenheiten genutzt.

Als biomorph, also von Formen aus der Natur inspiriert, bezeichnet die Leiterin des Bad Arolser Museums, Dr. Birgit Kümmel, die Arbeiten des 1960 in Kyoto geborenen und derzeit in Schanghai lebenden Künstlers. Gewisse Ähnlichkeiten zu den seit dem Frühling gezeigten Arbeiten des Künstlerpaares Venske und Spänle im und vor dem Rauch-Museum bestehen also. Dabei dürfte vielleicht auch der Blick durchs Elektronenmikroskop auf Zellstrukturen Anregungen geliefert haben. Auf jeden Fall passen die Arbeiten in das Konzept des Festjahres für das seit zehn Jahren bestehende Rauch-Museum, dessen Werke freilich künstlerisch im Kontrast zu den modernen Werken stehen.

Am heutigen Freitag werden die übrigen Werke angeliefert: Arbeiten von Laura Ford (geb. 1961; London), David Nash (geb. 1945; Blaenau Ffestiniog, Wales) und Jaume Plensa (1955; Barcelona, Paris) runden die Ausstellung vor und im Schloss ab. Holz, Metall und Stoffe werden von den Künstler überwiegend verwendet. Neben Skulpturen zählen Bilder zum Œuvre der Kunstschaffenden.

Dass die Arbeiten in Arolsen zu sehen sind, haben Museum und Museumsverein in erster Linie Sponsoren zu verdanken. Sie finanzierten und finanzieren weitestgehend seit Gründung des Museums vor fast 25 Jahren die Ausstellungen, wie Vorsitzender Udo Reuter betont. In diesem Fall ist auch das Land als Geldgeber beteiligt. „Es gibt keine zusätzlichen Mittel der Stadt“, erklärte Dr. Kümmel.

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