Klinik ermöglicht 13 Krankenpflegeschülerinnen Praxiswochen in Verantwortung

Sicherheit im Klinikalltag gewonnen

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Bad Arolsen - Praxiserfahren und selbstbewusst können die 13 Schülerinnen und Schüler der Krankenpflegeschule Bad Arolsen in der kommenden Woche in die Examensvorbereitung gehen, nachdem sie zwei Wochen lang eigenverantwortlich eine Station des Krankenhauses an der Großen Allee geleitet haben.

Die Stationsleiterin wurde gewählt. Alles andere aber war wie im richtigen Leben: Schichtdienst, Wochenenddienst, OP-Vorbereitung, Gespräche mit Angehörigen und dem sozialen Dienst bei der Entlassungsvorbereitung.

Erstmals hat die Krankenpflegeschule angehenden Gesundheits- und Krankenpflegern die Chance eröffnet, das Gelernte vor der Examensprüfung im Praxisalltag anzuwenden und zu vertiefen.„Das selbstständige Arbeiten hat uns sicherer gemacht und unser Selbstbewusstsein gestärkt“, erzählt Shirin Mohamed, die von ihren Mitschülerinnen zur Stationsleiterin gewählt wurde. In dieser Funktion musste sie Dienstpläne erstellen, bei Krankmeldungen für Ersatz sorgen und viele organisatorische Aufgaben mehr leisten.

Während ihres zweiwöchigen Praxiseinsatzes wurden die Schülerinnen von Praxisanleitern begleitet und mit Beurteilungsbögen in der Hand beobachtet. Auf je zwei Schüler kam ein Praxisbegleiter, der die Arbeit auf der Station aus eigener Erfahrung kannte.Das übrige Stationspersonal wurde für die Dauer des Einsatzes auf andere Pflegestationen verteilt.

Positive Rückmeldungen bekamen die gut ausgebildeten Krankenpflegeschülerinnen von vielen Patienten, die sich über das junge Personal wunderten. Kollegen von anderen Abteilungen mussten sich im täglichen Arbeitsablauf erst daran gewöhnen, die noch nicht Examinierten als vollwertige Kollegen anzusprechen. „Mancher Arzt hat sich im Umgang mit uns wahrscheinlich selber wie im Examen gefühlt, weil wir so viele Anweisungen hinterfragt haben“, erzählt Shirin Mohamed schmunzelnd. Im Gegenzug habe es klar formulierte Wünsche der Mediziner an das junge Pflegepersonal und am Ende auch positive Rückmeldungen gegeben.

Gewundert hätten sich auch viele Patienten über das junge Personal. Klagen habe es aber keine gegeben. Das sei auch nicht nötig gewesen, beruhigt Barbara Streitbürger, Leiterin der Krankenpflegeschule, schließlich handele es sich bei den Schülerinnen im dritten Lehrjahr um voll ausgebildete Pflegekräfte, denen nur noch das Examen fehle. Außerdem waren die erfahrenen Praxisbegleiter stets in der Nähe. Schwerpunkt des Ausbildungsabschnittes sei die Förderung von sozialen Kompetenzen wie der Kooperation und Kommunikation im Team sowie mit anderen Berufsgruppen gewesen.

„Wir haben uns bewusst für eine Projektdauer von fast zwei Wochen entschieden, damit die Auszubildenden wie im Stationsalltag im Früh-, Spät- und Wochenenddienst sowie in wechselnden Teamzusammensetzungen tätig sind“, so die Schulleiterin: „Dieser Zeitraum hat sich eindeutig bewährt. Nach einigen Startschwierigkeiten läuft es jetzt sehr gut.“

Insgesamt bietet die Krankenpflegeschule 45 Ausbildungsplätze in drei Lehrjahren. Für den Ausbildungsbeginn 1. Oktober 2012 gibt es an der Gesundheits- und Krankenpflegeschule noch freie Plätze.Kontakt über Barbara Streitbürger, Telefon 05691 800-367, Mail: barbara.streitbuerger@gesundheit-nordhessen.de (es)

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