Buchen mit trockenen Ästen am Hebberg

So sichern Baumpfleger Verkehr auf der Landestraße bei Helsen

Baumpflege zur Verkehrssicherung auf der Landesstraße 3080 bei Helsen. Fotos: Armin Haß

Bad Arolsen-Helsen – Zur Verbesserung der Verkehrssicherheit wurden entlang der Landesstraße 3080 zwischen Helsen und Massenhausen vier etwa 200 Jahre alten Buchen im Bereich der Kronen beschnitten.

Der Verkehr auf der Straße wurde für die mehrere Stunden dauernden Arbeiten eines Fachbetriebs aus Calden auf dem Hebberg bei Helsen mit Lichtzeichenanlagen geregelt. Ein bis zu etwa 30 Meter aufragender Hubkran wurde auf der Straße platziert. Unterstützt wurden die Arbeiten durch Baumpfleger, die in die alten Buchen geklettert waren, um vor Ort Hinweise auf nötige Schnitte zu geben.

Schäden entdeckt

Die in einem Waldstück der Waldeckischen Domanialwald direkt an der Straße stehenden Buchen hatte der Revierförster Dieter Kisselbach (Hessisches Forstamt Diemelstadt) bei einem der Kontrollgänge näher inspiziert und aufgrund der Pflicht zur Verkehrssicherung die Fällung der Buchen empfohlen.

Da die Bäume aber als Naturdenkmale eingestuft sind, wurde die untere Naturschutzbehörde beim Landkreis Waldeck-Frankenberg eingeschaltet, die wiederum ein Gutachten über die Bäume anfertigen ließ. Ergebnis: Die Bäume sind vom Brandkrustenpilz befallen, der die für den Baum lebenswichtige Wasserführung unterbrechen kann.

Anzeichen von Krankheit

Aufgrund des starken Befalls durch den Brandkrustenpilz war die Fiederblättrige Buche vor dem Arolser Schloss im September 2017 mit Zustimmung der Naturschutzbehörde gefällt worden. Der Baum wies überwiegend trockene Äste und Zweige auf.

Ferner wurden bei den Bäumen am Hebberg Anzeichen der Buchenkomplexkrankheit festgestellt, die im vorigen Jahr nach zwei extrem trockenen Sommern dazu führten, dass viele Buchen abgeholzt werden mussten, besonders spektakulär waren die Fällarbeiten, deretwegen die Edersseerandstraße wochenlang gesperrt werden musste.

Pflegemaßnahmen erlaubt

Im Rahmen der Untersuchung der unter Naturschutz stehenden Buchen am Hebberg  wurden die angeschlagenen Bäume in die zweite von fünf möglichen Gefahrenklassen eingestuft. Daher wurden von der Naturschutzbehörde in Korbach nur Baumpflegemaßnahmen zugelassen.

Arbeiten in schwindelnder Höhe im Kronenbereich alter Buchen am Hebberg bei Helsen.

Eine Fällung hätte, wie ausdrücklich bei einer Besprechung der Maßnahmen zur Verkehrssicherung erklärt wurde, ein Zwangsgeld zur Folge. Die Höhe könne bis zu 50 000 Euro betragen, berichtet Revierförster Kisselbach.

Weitere Schnitte 

Die Fachleute der Naturschutzbehörde hatten erklärt, dass die Bäume regelmäßig beobachtet werden müssten und zur Sicherung der Verkehrssicherheit gegebenenfalls weitere Schnitte erfolgen müssten.

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