Bad Arolsen

Wo sind all die Frauen hin? - Stadtparlament ist männlich

- Bad Arolsen (-es-). Man muss schon sehr weit zurückgehen in der Stadtgeschichte, wahrscheinlich bis in die Zeit der Einführung des Frauenwahlrechts, um ein Stadtparlament zu finden, in dem keine einzige Frau vertreten war. Die einzige direkt gewählte CDU-Stadtverordnete Katja Müller-Ashauer wurde bei der konstituierenden Sitzung des Stadtparlamentes gleich in den Magistrat gewählt. Damit wurde sie zwar in die Stadtregierung „befördert“. Doch es bleibt der Eindruck, dass Frauen in der Arolser Kommunalpolitik rekordverdächtig unterrepräsentiert sind.

Das liegt aber nicht nur daran, dass vor allem die großen Parteien vergleichsweise wenige Frauen auf ihren Kandidatenlisten angeboten haben. Ein Blick auf den Stimmzettel enthüllt: Bei der CDU waren nur vier von 37 Kandidaten weiblich, SPD zwei von 28, FDP sieben von 21, Grüne acht von 16, Offene Liste eine von 13, FWG zwei von 21, SAG drei von 15, Bürgerliste drei von 21. Hinzu kam, dass die Wähler beim Verteilen ihrer Kreuzchen auf dem Stimmzettel tendenziell die Männer bevorzugt haben. Das Ergebnis ist auf der gegenüberliegenden Bilderseite zu betrachten: Ausschließlich Männer werden in den kommenden fünf Jahren die Geschicke der Stadt bestimmen. Davon geht zwar die Welt nicht unter, aber ein bisschen mehr weibliche Intuition würde der Stadtpolitik guttun. Vielleicht rückt ja doch noch die eine oder andere Frau nach.

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