Situationsbeschreibung rund um das Flüchtlingscamp in Mengeringhausen

Lage ist völlig entspannt

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Die neu angekommenen Flüchtlinge im Landkreis Waldeck-Frankenberg sind bislang nicht durch ungewöhnlich viele Straftaten aufgefallen. Nötig ist hingegen das Erlernen des richtigen Verhaltens im Straßenverkehr. Unser Foto aus dem Januar zeigt eine Gruppe mit Erzieherin Birgit Fiedler (links) und Sozialarbeiterin Seda Özyürerk (rechts) und Beamten vom Verkehrsdienst,

Bad Arolsen. Der Betrieb der Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Mengeringhausen läuft nach Einschätzung von Bürgermeister Jürgen van der Horst „erstaunlich entspannt“. Es habe noch keinerlei kritische Situationen gegeben.

„Ich erhalte tägliche Lageberichte von der Organisationsleitung und bin auch persönlich fast täglich vor Ort“, sagt der Rathauschef und fügt schmunzelnd hinzu: „Ich erfahre selbst, wenn ein Teller hinfällt.“ Doch es gebe - abgesehen von persönlichen Streitsituationen wie sie überall auftreten, wenn viele fremde Menschen auf engem Raum zusammenleben - keinerlei Probleme. Keinerlei Gewalttaten.

Im Gegenteil herrsche eine angenehme Atmosphäre. Die vielen Kinder könnten spielen und würden betreut. Die Menschen seien dankbar, dass ihnen geholfen werde. Umso ärgerlicher sei es, dass immer wieder Gerüchte hochgekocht würden, an denen auch nicht ansatzweise ein Fünkchen Wahrheit sei: „Ich bin fassungslos, was ich da so höre.“ Die Zusammenarbeit von Dolmetschern, Sicherheitspersonal, Bathildisheim als Betreiber und Organisationsleitung sei hervorragend.

Am Rande der Mengeringhäuser Altstadt sind seit Anfang Oktober drei Hallen, die denkmalgeschützte Stadthalle, die Kreissporthalle und die Schulsporthalle der Nicolai-Schule als Unterkunft für bis zu 250 Flüchtlinge reserviert. Ein Zaun umgibt das Gelände, zu dem auch ein Hartplatz-Sportplatz gehört.

Die Stadtverwaltung hat einen Fernseher mit Großbildleinwand aufstellen lassen, um arabisch-sprachige Nachrichten für die Flüchtlinge zugänglich zu machen. Es gibt genügend Ladestationen für die Mobiltelefone, mit denen die Menschen aus Syrien und Afghanistan Kontakt in die Heimat halten. Der letzte große Wechsel in der Belegung in Mengeringhausen hat vor zehn Tagen stattgefunden.

Die Mengeringhäuser Flüchtlinge konnten  zur Ruhe kommen und müssen sich nun beschäftigen. Einige erkunden die Umgebung, gehen spazieren. Mit ihrem Taschengeld von 133 Euro pro Monat können sie in den Geschäften der Region einkaufen. Bürgermeister van der Horst betont, dass ihm noch keinerlei Straftat zu Ohren gekommen sei, weder Gewalttaten noch Diebstähle seien angezeigt worden. Alles ganz entspannt. (es)

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