Ausstellung über Reineke Fuchs als Kunst- und Kitschfigur

So bissig kann der Fuchs sein

+
Führung für Museumsführer: Eine der vergrößerten Zeichnungen Kaulbachs aus der Reineke Fuchs-Sammlung.

Bad Arolsen.  Mit  40 000 Euro finanziert die Hessische Kulturstiftung zusammen mit dem Hessischen Museumsverband und der Stadt Arolsen den Ankauf von 400 Objekten zum Motiv des Reineke Fuchs aus der Sammlung Friedrich von Fuchs für das Museum Bad Arolsen. Die Ausstellung ist eröffnet.

Selbst Ludwig I. war „amused“: zur Veröffentlichung von Kaulbachs beißend frechen Reineke Fuchs-Illustrationen gab der bayrische König vor gut 170 Jahren höchstpersönlich seinen Segen. Zu sehen sind Bilder und Statuen im Schloss zu Bad Arolsen. 

So begeisterte er Zeitgenossen

Was der aus Arolsen stammende Künstler Wilhelm von Kaulbach ab 1841 mit spitzer Feder aufs Papier brachte, versetzte seine Zeitgenossen in Begeisterung. Die karikaturistischen Seitenhiebe auf Adelsdekadenz, Monarchie und Klerus trafen den Nerv der Zeit, während kleine und große Leser sich von den originell und lebensnah dargestellten Tierfiguren angesprochen fühlten.

 Der Verkauf von Goethes Versepos, damals bereits ein 50 Jahre alter Ladenhüter, wurde noch mal kräftig angekurbelt. Dies ließ das produzierende Kunstgewerbe aufhorchen, das eine Flut von Erzeugnissen nach Kaulbachs Vorlagen auf den Markt brachte. 

Er ist der Sammler

 Der im mittelhessischen Linden lebende Goldschmied und Sammler Friedrich von Fuchs hat sich auf diese Exponate spezialisiert, von denen in der Ausstellung des Museums und Museumsvereins Bad Arolsen eine breit gefächerte Auswahl gezeigt wird. 

Angeregt vom Fuchs, dem Wappentier seiner Familie, trug er in über 50 Jahren unzählige Artefakte vom Schokoladen-Sammelbildchen bis zum filigran bemalten Meißen-Teller zusammen. Eine Sammlung entstand, die es sogar ins Guinness-Buch der Rekorde schaffte: mal kunstvoll in Form einer Feinschnitzerei aus Elfenbein, mal hart an der Kitschgrenze, wenn Reinekes Fuchsbau sich als vergoldete Uhr präsentiert. 

Das steht im Museum

Darüber hinaus hat das Museum Bad Arolsen eine Portraitstatuette des österreichischen Bildhauers Hanns Gasser erworben, die Wilhelm von Kaulbach umringt von Tieren zeigt. Wie sensationell fein durchgearbeitet und detailreich Kaulbachs Bilderwelten sind, lässt sich auf mehreren vergrößerten Bildtafeln bestaunen. 

Museumsleiterin Dr. Birgit Kümmel hat diese gezielt in der unteren Galerie platziert. Rund 400 dieser Objekte werden dem Museum und damit den Arolsern dauerhaft erhalten bleiben. Der Ankauf wurde mithilfe der Stadt Bad Arolsen, der Hessischen Kulturstiftung und des Hessischen Museumsverbands getätigt, wie Eva Claudia Scholz, Geschäftsführerin der Hessischen Kulturstiftung, bei der Vernissage im Steinernen Saal des Residenzschlosses erklärte.  

Dann ist geöffnet

Die Ausstellung im Schloss „Wilhelm von Kaulbach – Goethes Reineke Fuchs und die Sammlung Friedrich von Fuchs“ ist mittwochs bis samstags von 14.30 bis 17 Uhr und sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Sonntagsführungen beginnen um 11.15 Uhr. Informationen unter Telefonnummer 05691/625734.(sim)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare