Pläne des größten kommunalen Waldbesitzers

So könnte der Waldecker Wald in Zukunft aussehen 

Raus aus dem Wald mit dem Käferholz: Harvester im Einsatz im Wald Landauer Hecke. 
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Raus aus dem Wald mit dem Käferholz: Harvester im Einsatz im Wald Landauer Hecke. 

Wie könnte der Waldecker Wald in Zukunft aussehen? Überlegungen hierzu stellte die Waldeckische Domanialverwaltung als größter kommunaler Waldbesitzer in Deutschland vor.

Der Wald im Waldecker Land ist durch Verhüttung von Erzen oder den Bau von Schlössern und Wohnhäusern im 17. und 18. Jahrhundert schon einmal verwüstet worden. 

Doch die immer häufiger werdenden extremen Wetterlagen heutzutage verursachen Schäden, die die neue Kommunalwald Waldeck-Frankenberg GmbH vor besondere Herausforderungen bei der Wiederaufforstung stellen.

Das ist die Lage

Zwar blickt Forstbetriebsleiter Hendrik Block von der Waldeckischen Domanialverwaltung mit der markigen Bemerkung „Scheitern ist keine Option“ zuversichtlich auf die seit Oktober kommunal gesteuerte Holzvermarktung und die geplante Übernahme der Beförsterung von Hessen Forst. 

Doch in ihren Vorträgen über die Domanialverwaltung beim Waldeckischen Geschichtsverein in Bad Arolsen machten er und der Direktor Dr. Günter Steiner deutlich, wie schwierig der Waldumbau angesichts von Phasen der Trockenheit, Hitze und des massenhaften Befalls der gestressten Bäume durch schädliche Käfer wird.

Holzstapel im Arolser Forst.

Die Tendenz sei eindeutig: Die mittlere Temperatur werde bis 2070 um zwei bis vier Grad Celsius ansteigen. Die „massivsten Veränderungen“ im Klima bewirkten eine Verschiebung der hauptsächlichen Niederschläge auf die Monate außerhalb der Vegetationsperiode.

Welche Baumarten sind gefragt?

Eine Klimaerwärmung schließe aber nicht aus, dass neben Hitzewellen Phasen extremer Kälte das Land überzögen. Die Bewertung der Standorte in Bezug auf Klima und Boden sei wichtiger denn je. Schließlich seien die Hauptbaumarten in den bisherigen Lagen im Waldecker Land größeren Risiken ausgesetzt und verändere sich die Konkurrenzfähigkeit der Baumarten.

 Fichten beispielsweise würden dann nur noch in wasserreichen und höheren Lagen gedeihen. Entsprechend werde bei den Buchen stärker auf Naturverjüngung gesetzt. „Buchen und Fichten verschwinden nicht, sie ziehen sich nur in höhere Lagen zurück“, sagte Block.

"Einwanderer" im Wald

In tiefer gelegenen, trockeneren Gebieten wie in Bad Arolsen würden eher Kirschen, Tannen oder Lärchen gepflanzt. Im Edertal wiederum hätten Eichen bessere Wachstumsbedingungen.

Im Rahmen der „Assisted Migration“, der unterstützten Einwanderung, könnten neue Arten eingeführt werden. Neben Douglasien werden Schwarzkiefer und Roteiche empfohlen, auch der Speierling rückt in den Blickpunkt. Block widersprach Aussagen, wonach die Probleme des Waldes durch eine verfehlte Forstwirtschaft verursacht worden seien.

Eine außergewöhnliche Institution: Über die Waldeckische Domanialverwaltung sprachen der Direktor Dr. Günter Steiner (Mitte) und sein Stellvertreter, Forstbetriebsleiter Hendrik Block, bei einer Veranstaltung des Waldeckischen Geschichtsvereins in Bad Arolsne. Rechts der Vorsitzende der Bezirksgruppe, Gerhard Althoff. 

 Der Domanialwald umfasst, nach den Ergebnissen der letzten Waldinventur, 49 Prozent Buche, 38 Prozent Fichte, acht Prozent Kiefer und fünf Eiche, wie Direktor Dr. Steiner dazu erklärte. „Wir bewirtschaften den Wald nicht als Fichtenacker“, erklärte Block. Alle anderen Aussagen seien Fake News, also Falschmeldungen.  

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