Fortbildung im Krankenhaus und bei der Feuerwehr

Bad Arolsen: So proben Notfallmediziner den Ernstfall

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Die Zeit drängt im Schockraum: Fortbildung für Notfallmediziner in Bad Arolsen. Unser Bild zeigt den ärztlichen Leiter des Rettungsdienstes im Kreis Waldeck-Frankenberg und Chefarzt Anaesthesie Dr. Rudolf Alexi (2. von rechts), mit Kollegen aus dem Krankenhaus und Notärzten.

Bad Arolsen. Über 30 Notärzte und Kollegen mit Qualifizierung als Notfallmediziner haben bei einer zweitägigen Fortbildung am Krankenhaus Bad Arolsen und bei der Stützpunktfeuerwehr ihr Wissen vertieft, lebensrettende Maßnahmen üben und Erfahrungen austauschen können.

Im Mittelpunkt stand die praktische Übung von Szenarien, wie sie Notärzte bei Unfällen vorfinden. Trauma-Management, also die ärztliche Versorgung bei Verletzungen, bildete den Obergriff für die Fortbildung mit Teilnehmern aus Nordhessen, so der ärztliche Leiter des Rettungsdienstes Waldeck-Frankenberg, Dr. Rudolf Alexi, der als als Chefarzt der Anästhesie die Veranstaltung leitete..

Hier geht es um Zeit

Im Mittelpunkt stand der strukturierte Ablauf von medizinischen Maßnahmen nach Notfällen, die vom Erkennen der Situation, der Diagnose, über die Erstversorgung bis hin zur weiteren Behandlung im Krankenhaus reicht.

Der Schockraum im Krankenhaus, das im Rahmen des Trauma-Netzwerkes in Nordhessen eine wichtige Rolle spielt, wurde gezeigt, wie im Team der Übergang von der vor- bis zur innerklinischen Notfallbehandlung abläuft. Das ist im Schockraum der Arolser Klinik zwar nicht täglich gefordert, doch die standardisierte Vorgehensweise muss immer wieder geprobt und an die neuen Vorschriften angepasst werden.

Sie sind im Einsatz

Dazu gehört auch das Einschalten einer speziellen Notfalluhr, die das zeitliche Limit für lebensrettende Maßnahmen vorgibt. „Das Gefühl für Zeit schwindet bei solchen Einsätzen“, erklärt Alexi.

Im Schockraum übernimmt ein bei Alarmierung mit in Bereitschaft versetztes Klinik-Team von sieben bis acht Ärzten, Pflegern und Spezialisten für Diagnostik (Röntgen etc.) nach Übernahme des Verletzten aus dem Rettungswagen die weiteren Maßnahmen.

Üben am Schwein

Die Notfallspezialisten wurden zudem mit dem Einsatz von rückenstabilisierenden Spineboards für den Transport vertraut gemacht, konnten an einem präparierten Schweinetorso die Öffnung des Brustkorbs üben oder bei der Feuerwehr verschiedene Stationen durchlaufen, bei denen etwa die Verabreichung von Medikamenten über Knochengewebe geübt oder die Rettung aus Pkw demonstriert wurde. .

Die Fortbildungen finden in regelmäßigem Turnus statt. Im Spätherbst wird eine weitere Ausbildung im Krankenhaus stattfinden, bei der die neuesten Standards für die Wiederbelebung vermittelt und die Methoden geübt werden können.

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