Studenten der Uni Gießen

So spannend kann das Praktikum an der Schön  Klinik Bad Arolsen sein

Einblick in die Psychosomatische Schön Klinik genommen: Studierende der Uni Gießen mit Chefarzt Thomas Middendorf nach dem Abschlusstest in Bad Arolsen. Foto: Armin Haß

 Bad Arolsen. Als Bereicherung haben fünf Medizinstudenten der Universität Gießen ihre Woche an der Schön Klinik Hofgarten wahrgenommen. Sie haben das obligatorische Blockpraktikum zum Thema Psychosomatik anstelle eines Seminars an der Uni absolvieren können.

„Die ganze Woche war spannend und aufregend“, schildert die Studierende Antonia Lohse ihre Erfahrungen. Sie habe einen guten Eindruck von dem Tätigkeitsfeld eines Facharztes für Psychosomatik gewonnen.

Wie ist der Tagesablauf?

Die Medizinstudentin im Grundstudium erklärt im Gespräch mit der Waldeckischen Landeszeitung, dass ihr dies nicht im Rahmen von Vorlesungen zu vermitteln gewesen wäre.

Während des Kliniktages von 8.30 bis 17.30 Uhr haben die Studenten Einblicke in fast alle Bereiche bekommen, Gruppentherapien oder sogar Einzelgespräche mit Patienten mit verfolgen können. Die Patienten hätten sich so sehr geöffnet, wie sie es als Externe nicht erwartet hätten.

Welche Krankheitsbilder?

Die Klinik mit ihren insgesamt 300 Betten für stationäre Behandlungen deckt die Bereiche Angst, Zwangsstörungen, Depressionen, Burnout, Tinnitus, Essstörungen oder ADHS für Erwachsene ab, inzwischen gibt es einen Bereich mit 45 Jugendlichen, die wegen verschiedener Störungen behandelt werden.

Neben einer Vorlesung zum Einstieg rundeten Impulsvorträge und die tägliche Nachbesprechung den praktischen Teil an der Schön Klinik so ab, dass sich die angehenden Ärzt ein gutes Bild von der Arbeit an der Psychosomatischen Klinik machen konnten.

Was bietet das Praktikum?

Antonia Lohse will zwar eher Hausärztin werden, sie weiß aber auch, dass sie in dieser Funktion erste Anlaufstelle für Menschen mit möglichen psychischen Störungen wäre und durch solche Erfahrungen entsprechend sensibilisiert den Weg zur passenden Therapie öffnen könnte.

Aber auch der angemessene Umgang mit Menschen, die wegen einer schweren Erkrankung in Depressionen fallen, ist für die künftigen Ärzte wichtig und will gelernt sein.

So können sich Pläne ändern

Der Medizinstudent Viktor Friedrich wollte sich erst auf den Fachbereich Chirurgie spezialisieren, ist aber nun so fasziniert von den Therapieformen in der Psychosomatik, dass er diesen Bereich als Option betrachtet.

Klinik-Chefarzt Thomas Middendorf freuen solche Reaktionen natürlich. Schließlich werden auch in dem Bereich Nachwuchskräfte gesucht.

Welche Vorteile bieten sich?

Das einwöchige Praktikum mit maximal fünf Plätzen wurde inzwischen zum zweiten Mal für Studenten aus Gießen angeboten. Im Herbst kommt die nächste Gruppe. Ärzte und Therapeuten empfänden die Zeit mit den Studierenden ebenfalls als Bereicherung, erklärt Chefarzt Thomas Middendorf. 

Für die Studenten sind die Rahmenbedingungen ebenfalls attraktiv. Sie bekommen Übernachtungsmöglichkeiten im benachbarten Welcome-Hotel. So entfallen lange Fahrtzeiten oder die Suche nach einer kurzfristigen Unterkunft. Der Chefarzt könnte sich auch vorstellen, dass die Schön Klinik in Bad Arolsen sich einmal als Lehrkrankenhaus anböte. Doch das ist ebenso noch Zukunftsmusik wie die Möglichkeit, ein Praktisches Jahr im Zuge der Arztausbildung anzubieten. (ah)

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