364 Aktive in Ortsteilen im Einsatz

So stark waren die Feuerwehren in Bad Arolsen gefordert

Viele Jahre aktiv und vom Land geehrt: Stadtbrandinspektor Karl-Heinz Meyer (von links) mit Willi Kunold, Gerhard Friedt, Roland Sänger, dem stellvertretenden Kreisbrandinspektor Bernd Berghöfer, Michael Böhle, Bürgermeister Jürgen van der Horst und Erstem Kreisbeigeordneten Karl-Friedrich Frese. Foto: Armin Haß

Wetterburg. Die 364 Aktiven der Bad Arolser Freiwilligen Feuerwehren sind 2017 zu 140 Einsätzen herbeigerufen worden. 

Berichte über dramatische Einsätze und Anerkennung für großes Engagement für die Bürger - die Generalversammlung der Freiwilligen Feuerwehren der Großgemeinde Bad Arolsen bot dazu in der Twisteseehalle Wetterburg den passenden Anlass.

Wie sieht die Bilanz aus?

In einem detaillierten und engagiert vorgetragenen Bericht blickte Stadtbrandinspektor Karl-Heinz Meyer auf 140 Einsätze zurück, unter anderem bei 28 Bränden und für 75 technische Hilfeleistungen, überwiegend nach schweren Unfällen.

26 388 Stunden seien die 364 Feuerwehrleute der Großgemeinde im Einsatz gewesen. Elf Menschen wurden gerettet. Durch Ausbildung halten sich die Aktiven einsatzbereit. Aber es gibt noch zu wenige Atemschutzgeräteträger, wie Meyers Stellvertreter Sven Eichweber berichtete. 600 000 Euro stellt die Stadt für die Wehren bereit. Über Instandhaltung und Neuanschaffungen berichtete der Gerätewart Harald Butterweck, der im Rahmen der kooperation der nordwaldeckischen Wehren gut zu tun hat.

Was tut die  Katastrophenschutzgruppe?

Keinen Einsatz, aber umfangreiche Übungsaktivitäten verzeichnete Michael Pesta für den Katastrophenschutzzug Bad Arolsen. Über den Ausbau des Digitalfunknetzes berichtete der für Kommunikation zuständige Fachwart Sven Cordes.

Die Feuerwehr wolle nachdrücklich um neue Aktive werben, die Überalterung schreitet voran, wie Meyer deutlich machte. Umso wichtiger sind die Jugendarbeit und der Aufbau der Kinderfeuerwehren. Nach Auskunft von Stadtjugendwart Jan Schulte leisten 97 Jugendliche in zehn Jugendwehren Dienst.

Wie wird um Nachwuchs geworben?

In den fünf Kindergruppen in Helsen, Massenhausen, Mengeringhausen, Schmillinghausen und Landau sind 78 Jungen und Mädchen buchstäblich Feuer und Flamme für die Wehr, so der Bericht von Cindy Galgon-Weiß.

Groß ist die Kameradschaft auch unter den Ehemaligen. Von den 165 Angehörigen der Alters- und Ehrenabteilung kamen zum jährlichen Treffen in Bühle 68 ehemalige Feuerwehrleute, so der „Alterspräsident“ Gerhard Nies.

Wie ändern sich die Einsätze?

Für 450 000 Euro soll in Schmillinghausen ab 2019 ein neues Feuerwehrhaus gebaut werden, so Bürgermeister Jürgen van der Horst. Er hob die Bedeutung der zwischen sechs nordwaldeckischen Kommunen im vorigen Jahr vereinbarte interkommunale Zusammenarbeit hervor.

Auf mehr (Katastrophen)einsätze müssten sich die Feuerwehren wegen des Klimawandels einstellen, so Erster Kreisbeigeordneter Karl-friedrich Frese unter Hinweis auf die Sturmschäden in den nordwaldeckischen Forsten. Dies erfordere die Auflage eines neuen Katastrophenschutzplanes..

Wie funktioniert der Digitalfunk?

Produzierende Betriebe und Hotels sollten verstärkt im Rahmen des vorbeugenden Brandschutzes von Mitarbeitern des Kreises besucht und beraten werden.

Für die Zusammenarbeit dankte der Leiter der Polizeistation Bad Arolsen, Achim Jesinghausen: Die Mengeringhäuser Wehr hatte beim Tag der offenen Tür mit 1500 Besuchern die Versorgung mit Speis’ und Trank sichergestellt.

Wer wurde ausgezeichnet?

Stellvertretender Kreisbrandinspektor Bernd Berghöfer ging auf Probleme beim Aufbau des Digitalfunknetzes ein, betonte aber, dass mit Analogfunk die Kommunikation bei dem jüngsten Sturm Friederike nicht möglich gewesen wäre. 

Mit der goldenen Brandschutzehrenmedaille des Landes am Bande wurden für 40 Jahre aktiven Feuerwehrdienst Willi Kunold, Gerhardt Fried und Roland Sänger ausgezeichnet. Die bronzene Katastrophenschutzmedaille des Landes bekam für zehnjährige aktive Mitgliedschaft Michael Böhle. Hessische Leistungsabzeichen erhielten, Eisen: Sabrina Röling, Christian Scholz, Nick Diener, Sven Rose, Torben Jack Beckmann, Tim Böhle, Kevin Mackeprang, Jessica Mackeprang, Jonas Mähl, Lutz Haase, Amanda Konn-Vetterlein. Bronze: Chuck Carton, Dennis Drescher, Pascal Theile, Janick Bornemann, Mario Handwerker. Silber: Artur Berger, Christopher Wolf, Artur Görlitz, René Theis, Lucas Diebel, Stephan Steinbrecher. Gold: Michele Sinnhöfer, Maik Krause, Vanessa Rose, Patricia Krebs. Gold 5: Michael Weiß, Sven Ammenhäuser. Gold 10: Dennis Kastenhuber. (ah).  

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