Arbeitsgruppe in Mengeringhausen gebildet

So will Geschichtsverein das Waldecker Platt bewahren

Rund um Arolser wird noch Platt geschwatzet: Dialektkundige haben einen Arbeitskreis unter dem Dach des Waldeckischen Geschichtsvereins gegründet, um das heimische Platt zu bewahren. Foto: Sandra Simshäuser

 Mengeringhausen. Vornehmes Hochdeutsch blieb in früheren Zeiten allein den Residenzlern vorbehalten – in den umliegenden Dörfern wurde Platt geschwatzet. Das gehört inzwischen weitgehend der Vergangenheit an.

Nur noch wenigen kommt das „Waldecker Platt“ flüssig über die Lippen, die junge Generation kann es oft nicht mal mehr verstehen. Höchste Zeit also, die Dialektvariante zu bewahren.

Wer macht da mit?

Zu diesem Zweck kamen in dieser Woche Platt-Sprecher aus Massenhausen, Mengeringhausen, Landau, Kohlgrund, Gembeck und Külte und weiteren Ortschaften im Mengeringhäuser Rathaussaal zusammen. Ziel war die Gründung eines plattdeutschen Arbeitskreises unter dem Dach der Bad Arolser Bezirksgruppe im Waldeckischen Geschichtsverein.

Die Plattsprecher aus dem Raum Arolsen folgen damit dem Beispiel der Arbeitskreise aus Diemelstadt und Diemelsee, die ihr heimisches Platt seit Jahren in Form von Wortsammlungen, mit Leseabenden und sogar in plattdeutschen Gottesdiensten aufleben lassen. Waldecker Platt biete von Ort zu Ort und auf engstem Raum viele Kontraste. „Das macht die Sache für mich faszinierend“, bekannte Heinrich Paul als Vorsitzender des Gesamtvereins.

Was soll erreicht werden?

Langfristiges Ziel sei, mithilfe des Arbeitskreises das Waldecker Platt zu archivieren, machte Paul deutlich. Zu diesem Vorhaben seien schon viele positive Rückmeldungen aus der Bevölkerung gekommen.

Wie genau sich die Arolser Arbeitsgruppe zusammensetze, werde sich in der nächsten Zeit ergeben. Zwischenzeitlich laufen die Fäden bei Andreas Karl Böttcher vom Verein „Marsberger Geschichten“ zusammen, der mittlerweile Mitglied der Arolser Bezirksgruppe geworden ist. Deren Vorsitzender Gerhard Althoff begrüßte die Unterstützung, zumal der Vereinsvorstand gegenwärtig stark in die Vorbereitungen zur 300-Jahr-Feier der Residenzstadt eingebunden sei.

Wie wird das Vokabular gesichert?

Wichtig für das Platt-Vorhaben sei es, dass die zusammengetragenen Vokabellisten, Schrift- und Hörbeispiele beim Waldeckischen Geschichtsverein landen und gesammelt werden, betonte Heinrich Paul.

Die wissenschaftliche Aufarbeitung und Archivierung soll im Archiv des Geschichtsvereins im Schreiberschen Haus erfolgen. (sim)

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