Neue Attraktion am Twistesee wird erst im Sommer 2015 nutzbar sein

Ein Sommer ohne Strandbad

Ortstermin des Ausschusses für Umwelt, Planung und Stadtentwicklung an der Baustelle für das neue Strandbad am Twistesee. V.l. SPD-Stadtverordneter Rainer Freudenstein, Architekt Arno Puy, die Stadtverordneten Jörg Engelhard (BL) und Carlos Vicente (CDU), Architekt Jürgen Schimmelpfeng, Landschaftsarchitektin Ines Schulz, Ausschussvorsitzender Holger Versloot (SPD), Bürgermeister Jürgen van der Horst, Grünen-Stadtrat Dietmar Danapel und Stadtverordneter Werner Stibbe (Grüne). Fotos: Elmar Schu

Bad Arolsen-Wetterburg - Der Baufortschritt liegt voll im Plan. Das milde Winterwetter könnte sogar für eine Beschleunigung genutzt werden. Dennoch bleibt das Strandbad am Twistesee in diesem Sommer eine Großbaustelle. Badefreuden wird es hier erst im Sommer 2015 geben.

Bei einem Ortstermin am Samstagvormittag haben sich die Mitglieder des Ausschusses für Umwelt, Planung und Stadtentwicklung mit den den beteiligten Architekten des Büros Müntinga und Puy aus Bad Arolsen und der Landschaftsarchitektin Ines Schulz aus Kassel über die Details der Freiflächengestaltung unterhalten.

Seit dem Abriss der 30 Jahre alten Pyramidendächer Anfang Oktober ist das Gelände am Strandbad komplett neu modelliert worden. 6000 Kubikmeter Erdreich wurden abtransportiert. Der ursprünglich an dieser Stelle gerade verlaufene Randweg wurde mit einem Schlenker in Richtung Golfplatz verlegt. Dazu mussten auch die Rohrleitungen, die das gereinigte Abwasser der Kläranlage Twiste am See vorbei leiten sowie Steuerungskabel unterbrochen und neu verlegt werden.

Entstanden ist eine komplett neue bucht, die bis zur Sommersaison 2015 in eine attraktive Dünenlandschaft verwandelt werden soll. Mit den Detailfragen beschäftigten sich am Sonnabend die Ausschussmitglieder. Ursprünglich war hier eine 1600 Quadratmeter große Sandfläche, künftig sollen es mindestens 3700 Quadratmeter werden.

Ein 15 bis 18 Meter breiter Pflanzstreifen soll die Liegeflächen vom Promenadenweg und der Terrasse des Strandbad-Restaurant abtrennen. Gräser- und niedriger Büsche soll den Eindruck einer Dünenlandschaft wie an der Nord- oder Ostsee schaffen. Möglich wäre die Anpflanzung von Magellangras, so die Landschaftsarchitektin.

Stadtverordneter Jörg Engelhard (Bürgerliste), mahnte, den Pflanzstreifen nicht zu groß werden zu lassen: „Wald und Wiesen gibt‘s hier genug. Das hier ist das Strandbad.“

Gemeinsam mit den Arolser Architekten Arno Puy macht sie sich zudem Gedanken um die Zuwegung vom Randweg bis an das Seeufer. Vorgesehen sind eine Treppe, ein einfacher Fußweg und eine serpentinenartig angelegte Rampe, die auch mit Kinderwagen und Rollstuhl relativ einfach befahren werden kann. Dazu muss das an sich 30 prozentige Gefälle in ein sechsprozentiges Gefälle hinaus gestreckt werden.

Ein Großteil der Diskussion am Samstagmorgen drehte sich um die Materialwahl bei diesem Weg und bei der Treppe. Die Ausschussmitglieder sprachen sich schließlich für einen Materialmix aus Beton und heimischen Hölzern aus. Die Kehren der Serpentinenstrecke werden mit Betonfertigteilen ausgeführt. Die 1,50 Meter breiten Wege dazwischen werden wahrscheinlich aus Eichenbohlen bestehen. Aus Eiche sollen auch die Treppenstufen in der Verlängerung des Weges vom Golf-Cafe her gefertigt werden. Die Planer rechnen mit einer Haltbarkeit der Holzwege von zehn bis 15 Jahren.

Bei den Sitzungen Anfang vergangenen Jahres hat der Ausschuss bereits die Ausführungsdetails für das geschwungene, in den Hang zum Golfplatz hinein gebaute Restaurant und Umkleidegebäude besprochen. Der Baubeginn für dieses Projekt wird je nach Wetterlage im Februar sein. Die Baukosten für die komplette Umgestaltung des Strandbads sind mit rund 2,1 Millionen Euro kalkuliert. 1,7 Millionen Euro werden aus Mitteln des Stadtumbaus Nordwaldeck, also von den Städten Volkmarsen, Diemelstadt, Twistetal und Bad Arolsen, sowie vom Land Hessen und vom Bund mitfinanziert. Außerdem fließen 300.000 Euro aus einem europäischen Tourismus-Topf in das Großprojekt. Der Eigenanteil der Stadt bewegt sich bei rund 150.000 Euro.

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