Kirchenkreis der Twiste wird Defizit künftig nicht mehr ausgleichen können

Sparen, um die Kirche zu sichern

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Arolsen - Mengeringhausen - Der Kirchenkreis der Twiste wird einen schärferen Konsolidierungskurs einschlagen müssen: Der Doppelhaushalt 2012/2013 schließt mit Defiziten ab.

Die Synodalen beschlossen bei ihrer Tagung am Mittwoch im Nicolai-Haus das Zahlenpaket. Die Erträge schließen im laufenden und im kommenden Haushaltsjahr mit rund 885 000 und 886 000 Euro ab und mit Aufwendungen von 907 000 und 914 000 Euro. Somit ergeben sich Defizite von 23 000 und 27 700 Euro. Trotz höherer Zuweisungen aus Steuern lasse sich der Haushaltsplan nur durch Entnahmen aus den Rücklagen für die Jugendarbeit und den Haushaltsausgleich ausgleichen, gab der Leiter des Kirchenkreisamtes, Bernd Merhof, zu bedenken. Mit diesen Steuerungsmitteln werde der Kirchenkreis jedoch künftig die Defizite nicht mehr ausgleichen können. Daher werde eine „schon lange notwendige Prioritätendiskussion unumgänglich.“ Genauer gesagt: Es soll nach den Worten des Amtsleiters nur noch so viel ausgegeben werden, wie an Steuern oder sonstigen Einnahmen eingenommen werden kann. So könnten die Schwerpunkte kirchlichen Handelns finanziell abgesichert werden.

„Wir sehen, dass wir eine Fusion brauchen“, sagte Pfarrer Uwe Jahnke im Hinblick auf die schrumpfende Rücklage für die Jugendarbeit. Durch die Verschmelzung würden Freiräume unter anderem für die kirchliche Jugendarbeit geschaffen, erklärte er. Die Rücklage wird voraussichtlich derzeit 68 000 auf 27 000 Euro absinken. Im Haushaltsplan findet unter anderem auch die Bad Arolser Tafel Berücksichtigung. Wie Pfarrer Uwe Hoos-Vermeil dazu am Mittwochabend erklärte, muss die Tafel die etwa 120 Quadratmeter Nutzfläche umfassenden Räume demnächst verlassen, und es wird ein neues Domizil gesucht.

Die sich aufgrund der demografischen Entwicklung und der daraufhin sinkenden Einnahmen verschärfenden Finanzprobleme konnte Bürgermeister Jürgen van der Horst in seinem Grußwort nur allzu gut nachvollziehen. Auch dass „Anpassungen und Strukturreformen“ im kirchlichen Bereich erforderlich seien und es dabei „an die Grundfesten“ gehe. „Es ist nicht immer leicht, die notwendige Akzeptanz zu finden“, sagte der Rathauschef. Ein Zusammenrücken von Politik und Kirche sei sinnvoll – und im Fall des evangelischen Kindergartenzweckverbands sei sogar ein Erfolgsmodell geschaffen worden. So sei die Kooperation Kirche und Kommune ein Vorbild für die Nachbarstadt Volkmarsen, die nun ebenfalls einen solchen Zweckverband gründe.

Zu der Zusammenarbeit mit Volkmarsen gratulierte Propst Helmut Wöllenstein. Die stellvertretende Dekanin und kommissarische Leiterin des Kirchenkreises, Pfarrerin Marianne Maltzahn, bedauerte, dass nur die städtischen Kindergärten in Volkmarsen, nicht aber die Betreuungseinrichtung in der zum Nachbarkirchenkreis Wolfhagen gehörenden Gemeinde Ehringen in das Modell aufgenommen werden konnte. (ah)

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