Bad Arolsen

Sparzwang hat die Kirche erreicht

- Bad Arolsen (-es-). Die Kirche soll auch künftig im Dorf bleiben, nur die Pfarrhäuser werden immer öfter im Nachbarort oder noch ein paar Dörfer weiter stehen. So lässt sich das Sparkonzept der Landeskirche auf den Punkt bringen.

Bad Arolsen. Es war keine angenehme Aufgabe, die Dekanin Ariane Vermeil am Freitagabend bei der Synode des Kirchenkreises im Saal des Bathildisheims zu erfüllen hatte: Die Landeskirche von Kurhessen-Waldeck leidet seit Jahren _ wie alle anderen christlichen Kirchen in Deutschland auch – unter Mitgliederschwund. Es werden mehr Gläubige bestattet als Kinder getauft. Außerdem gibt es Austritte und in der ländlichen Region Wegzüge in die Ballungsräume. Hinzukommt in diesen tagen die Wirtschaftskrise, die auch an den Steuereinnahmen der Kirche abzulesen ist. Der Kirchenkreis der Twiste hat seit 1997 fast 2000 Gemeindeglieder verloren. Das entspricht fast zwei Pfarrstellen. Eine Trendumkehr ist nicht in Sicht. Landesweit gibt es einen Überhang von 36 Pfarrstellen. Bis 2017 soll ein weiterer Überhang von 59 Stellen hinzukommen. Fast 100 Stellen müssen in der mittelfristigen Planung gestrichen werden. Kein Wunder also, wenn das Landeskirchenamt den Kirchenkreisen klare vorgaben macht, ihre Gemeinden neu zu strukturieren. Den Schwarzen Peter haben zunächst die Kirchenkreise, die Vorschläge machen sollen. Dann entscheidet der Bischof. Die Ergebnisse des Neuzuschnittes sollen in der Frühjahrssynode 2010 vorgestellt werden. Dann haben die betroffenen Gemeinden und Kirchenkreise Gelegenheit, Stellung zu nehmen. So lange freilich wollen die in Nordwaldeck betroffenen Gemeinden nicht warten. Bei der Kreissynode am Freitagabend machten als Erste die Vertreter des Kirchspiels Külte ihrem Ärger Luft, denn ihre über Jahrzehnte gewachsenen Strukturen, der Zusammenhalt im Kirchspiel soll nach dem Vorschlag des Kirchenkreisvorstands zerrissen werden. Wetterburg soll ausgegliedert werden und mit dem Remmeker Feld eine neue Einheit bilden. Külte und Neu-Berich würden dann zum Kirchspiel Schmillinghausen mit Herbsen und Hörle geschlagen. Die Sprecher des Kirchspiels Külte, die in der Synode von den betroffenen Ortsvorstehern Rückendeckung bekamen, vermuten, dass ihr Kirchspiel zur Verteilung freigegeben wurde, weil ihr Pfarrer Klaus-Dieter Kregelius im kommenden Jahr in den Ruhestand versetzt wird. Widerspruch regte sich auch aus Vasbeck, wo man nicht so ohne Weiteres hinnehmen will, dass die Einheit mit Massenhausen und Gembeck zerschlagen werden könnte, um Vasbeck und Gembeck dann mit Twiste zu vereinen.Enttäuschung signalisierten auch die Vertreter aus Hesperinghausen, die nicht verstehen können, warum die gewachsene Einheit im Roten Land zerschlagen werden sollte, um hesperinghausen Wrexen, Orpethal und Wethen zuzuschlagen. Insgesamt sollen aus derzeit elf Kirchspielen sieben werden. Die Diskussion hat begonnen.

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