SPD-Ortsvereine Mengeringhausen, Helsen und Bad Arolsen feierten gemeinsam

SPD-Vize Stegner in Bad Arolsen: „Mit 100 Jahren nicht alt, sondern erfahren“

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Die drei SPD-Ortsvereine in Arolsen, Mengeringhausen und Helsen feiern ihr 100-jähriges Bestehen: (v on links) Ortsvereinsvorsitzender Klaus Tschierschky (Mengeringhausen), Kreisbeigeordnete Hannelore Behle, Bürgermeister Jürgen van der Horst, Bundestagsabgeordnete Esther Dilcher, OV-Vorsitzender Andreas Schad (Bad Arolsen), der stellvertretende Bundesvorsitzende Ralf Stegner, Unterbezirksvorsitzender Dr. Hendrik Sommer, OV-Vorsitzender Theo Brömmelhaus (Helsen), Fraktionsvorsitzender Ulrich Fiedler und Landtagsabgeordnete Dr. Daniela Sommer. 

Bad Arolsen – Wie ein runder Geburtstag für eine lieb gewonnene alte Dame fühlte sich der Neujahrsempfang der drei SPD-Ortsvereine Mengeringhausen, Helsen und Bad Arolsen im Bürgerhaus zum 100-jährigen Bestehen der Partei in Arolsen an. Es gab Kaffee und Kuchen, Geschichten von früher und sogar die politische Nachbarschaft überbrachte gute Wünsche für die Zukunft.

Nein, die SPD sei mit ihren 100 Jahren in Arolsen und 150 Jahren in Deutschland nicht alt, aber erfahren, stellte der stellvertretende Bundesvorsitzende Ralf Stegner vor rund 150 Gratulanten aus dem Waldecker Land klar.

Die SPD habe in ihrer Geschichte bürgerliche Freiheiten erkämpft, die heute alle als selbstverständlich ansehen, so das Frauenwahlrecht, den Acht-Stunden-Tag und die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Die Sozialdemokratie sei im Kaiserreich verboten, von den Nationalsozialisten verfolgt worden. Mit diesem Wissen im Hinterkopf gebe es keinen Grund, heute zu klagen. Vielmehr gelte es, die Ärmel hochzukrempeln. Es gelte, wieder Politik für alle Menschen zu machen. 

Dabei gehe es um Fragen wie Gerechtigkeit und ein neues, solidarisches Sozialsystem. Diese Themen müssten leidenschaftlich vertreten werden, dann gebe es auch wieder mehr Zustimmung bei den Wahlen. Bei der anstehenden Europawahl komme es darauf an, den Menschen zu sagen, dass wir alle von Europa profitieren. Bei der Europawahl geht es um Frieden und Demokratie Stegner: „Und dann sieht man Leute, die das alles kaputtmachen wollen.“

Wo liegen die Anfänge der SPD in Arolsen und Waldeck?

Der SPD-Ortsvereinsvorsitzende Andreas Schad stellte fest, dass das Gründungsdatum der SPD in Arolsen nicht genau dokumentiert sei. Vieles spreche dafür, dass eine Versammlung am 13. Dezember 1918 den Anstoß zur Gründung gegeben habe. Jedenfalls sei damals Harry Kramer aus Arolsen für den Arbeiter- und Soldatenrat in Kassel nominiert worden. Bald darauf hätten sich die Sozialdemokraten aus dem Kreis der Twiste in Korbach getroffen.

In den folgenden Jahrzehnten sei die SPD zu einer festen Größe in der Kommunalpolitik geworden, bekräftigte Bürgermeister Jürgen van der Horst. SPD-Kreisbeigeordnete Hannelore Behle überbrachte die Grüße der Kreisgremien und des Landrats. Die SPD sei im Kaiserreich und von den Nazis verfolgt worden und sei doch unentwegt ihrer Überzeugung gefolgt.

Ähnlich brachte es Unterbezirksvorsitzender Dr. Hendrik Sommer auf den Punkt. Die SPD-Gründung vor 100 Jahren im Waldecker Land seien die Reaktion auf die Gräuel des Ersten Weltkriegs und die folgenden Umbrüche gewesen. Dass die SPD noch nicht alt sei, sondern auch viele junge Leute anspreche, habe das Treffen mit Neumitgliedern vor Beginn des Neujahrsempfangs gezeigt.

Einen Rückblick auf die Geschichte der Sozialdemokratie vom Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein des Ferdinand Lassalle bis heute gab die SPD-Bundestagsabgeordnete Esther Dilcher den Geburtstagsgästen mit auf den Weg. Sie halte nichts vom Gerede über die Erneuerung der Partei. Dilcher: „Wir müssen uns auf unsere Wurzeln besinnen. Wir haben schon viele Stürme überlebt.“

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